fühl, wenn ich bei jedem Schritte einen Ausdruck des Mitleids von Denen hörte, die ſelbſt alles Mitleid zu verdienen ſchienen.
„Ah, voila,“ rief eine alte zerlumpte Figur, an deren Baumwollmütze ein verſchoſſenes und verſchmutz⸗ tes dreifarbiges Band befeſtigt war— das iſt Mo⸗ reau. Ich wollte ſein ſtolzes Geſicht jeden Tag ken⸗ nen. Armer General, ich hoffe, es geht Ihnen beute nicht ſchlimm.“
„Seht da!“ kreiſchte eine alte Hexe, als der Wa⸗ gen, worin Bouvet ſaß, vorbei fuhr.„Seht da den ſchönen Jüngling. Er iſt am Sterben. Heilige Jung⸗ frau, er kommt nicht mehr lebendig bis zum Thore des Palais.“
„Und hier!“ rief eine andere—„hier iſt ein Hu⸗ ſarenoffizier, blaß genug, wie es ſcheint; o ja! ich will ein paar Mal für ihn beten; das kann ihm ge⸗ wiß nicht ſchaden.“
Jetzt miſchte ſich das Raſſeln einer Trommel vor uns in das Geräuſch der Cavalkade und ich konnte das Klirren einer ins Gewehr tretenden Wache vernehmen. In der nächſten Minute ſtanden wir vor einem koloſ⸗ ſalen Thorweg, deſſen reiches Bildwerk in der präch⸗ tigſten Vergoldung ſtrahlte; es war in dem glänzen⸗ den Geſchmacke Ludwigs XIV. und ſtand dem Eingang eines ehemaligen königlichen Palaſtes ganz wohl an. Ach, dachte ich, wie ungleich Jenen, die einſt dieſen weiten Hof betraten, iſt der traurige Zug, der jetzt heranrückt..
Jeder Wagen hielt am Fuße einer weiten Flucht, von ſteinernen Treppen, die Gefangenen ſtiegen ab und wurden, auf beiden Seiten von Gendarmen be⸗ gleitet, in vas Gebäude gefuhrt. Von der Halle aus ging es nach einer langen Gallerie. Auf beiden Seiten war eine Reihe von maſſiven Säulen, zwiſchen denen hin⸗ durch man verſchiedene große aber trüb beleuchtete, augen⸗ ſcheinlich vernachläßigte und unbenutzte Zimmer ſah; hie
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