und da einige Bnke, ein alter Schrank und ein Geſchäfts⸗
tiſch machten das ganze Geräthe aus. Hier machten wir einige Minuten Halt, bis ſich am äußerſten Ende eine Thüre öffnete, und ein Zeichen gegeben wurde, näher zu kommen. Nun hörten wir ein umpfes Ge⸗ räuſch gleich der fernen Brandung der See in einer ruhigen Nacht. Es wurde immer lauter, je näher wir kamen, bis wir ein Gemiſch von mehreren hun⸗ dert Stimmen wahrnehmen konnten, die ſich in leiſem, tiefem Tone unterhielten.
Hier, da ich an die zahlloſe Menge dachte, vor der ich als Verbrecher ſtehen ſollte, durchſchauerte mich ein ſchreckliches Gefühl, und es koſtete mich alle mög⸗ liche Anſtrengung, mich auf den Füßen zu halten.
Noch entzog ein Vorhang von dunklem Tuche den Gerichtshof unſern Blicken, aber wir konnten die Stimme des Präſidenten hören, wie er Stillſchweigen gebot, und den eintönigen Vortrag des Schreibers, der die Geſchäftsordnung vorlas. Nachdem dieß be⸗ endigt war, rief eine tiefe Stimme:„Man führe die Gefangenen vor!“ Dieſe Worte wurden von einem Huifſier am Eingang noch lauter wiederholt; auf ein gegebenes Signal dewegte ſich die Reihe vorwärts, der Vorhang wurde zurückgezogen, und wir traten in den Saal.
Die Menge von Geſichtern, die den weiten Raum von unten bis zu den Gallerien hinauf füllten, warf ihre Blicke auf die für uns beſtimmte Bank auf der einen Seite des erhöhten Platzes neben dem Sitze ver Richter. Eine ähnliche Bank, aber unbeſetzt, ſtand auf der entgegengeſetzten Seite, während gerade ge⸗ genüber von den Richiern die Advokaten in engge⸗ ſſenen Reihen ſaßen; ein ſchmaler Pult etwas vorne war der für den General⸗Prokuraior s beſtimmte Platz. 1 Zie ungeheure Menge von Zuſchauern— ver Pomp und das Ceremoniell eines Gerichtshofes—


