Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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chen Tauſende von Zuſchauern ſich drängten; alleßen⸗ ſter und ſogar die Giebel der Häufer waren mit Neu⸗ gierigen beſetzt.

Als wir die Quais erreichten, wurde das Ge⸗ dränge noch größer, und die Truppen hatten alle Mühe, einen freien Weg für die Wagen zu bahnen, während an allen Straßen, die ſich in die Quais mündeten, berittene Dragoner aufgeſtellt waren, um jedes Fuhrwerk zurückzuhalten. Ich hatte noch nie eine ſo ungeheure Volksmaſſe geſehen, und doch herrſchte durch die ganze gedrängte Menge eine tiefe, feierliche Stille auf dem ganzen Wege ließ ſich kein Schrei, kein Ruf hören. Nur einmal, an der Ecke vom Pont Neuf wurde aus der Menge:Es lebe Moreau! ge⸗

rufen; aber es war nur eine vereinzelte Stimme, und

im nächſten Augenblick ſah ich einen Gendarmen ſich durch die Maſſe drängen, eine kläglich ausſehende Figur am Kragen packen und neben ſeinem Pferde her auf's Wachhaus ſchleppen.

Als es über die Brücke ging, ſah ich, daß neben Deſaix's Denkmal eine Kompagnie Artillerie und zwei Kanonen aufgeſtellt waren, ſo daß ſie den Pont Neuf beherrſchten: alle dieſe Vorbereitungen bewieſen deut⸗ lich, daß die Regierung die Nothwendigkeit fühlte, die energiſchen Sicherheitsmaßregeln zu treffen. In dem ernſten Blicke der Kanoniere, wenn ſie mit ihren bren⸗ nenden Lunten neben ihren Geſchützen ſtanden, lag etwas, das ihre ſchnellfertige Entſchloſſenheit für den

Augenblick der Gefahr verrieth.

Die engen Straßen von der Isle St. Louis wa⸗ ren dichter als ein anderer Theil des Weges voll Menſchen gedrängt und hemmten unſere Fahrt beträͤcht⸗ lich, ſo daß ſich häufig die Gedarmen genöthigt ſahen, Platz zu machen, ehe die Wagen weiter konnten. Als wir durch jene elenden finſtern Straßen kamen, wo Laſter und Verbrechen und Jammer jeder Art zuſam⸗

men wohnten, erregte es in mir ein ganz eigenes Ge⸗