Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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Stand, aber noch nie hatte ich einen ſo traurigen,

wehmüthigen Anblick gehabt. Ihm zur Seite kniete George, er hatte ſeinen ſtarken Arm um des Jünglings Rücken geſchlungen, während er ihm mit ſeiner großen derben Hand Waſſer auf die Stirne ſprißte. Die ſtrengen Züge des harten Breionen, worin ich vorher nie etwas Anderes gefunden hatte als kühne, ſtürmiſche Leidenſchaft, waren jetzt zu weiblichſanfter Milde um⸗ gewandelt ſein blaues Auge glänzte ſo weich, wie das einer Mutter, die ſich über ihr Kind hinbückt.

Bouvet, mein theurer lieber Junge, bedenke, Du biſt ein Bretone ſammle Dich, mein Kind ſei eingedenk unſerer Sache. 4

Der Name des Jünglings erinnerte ſogleich an jenen, den ich einige Monate zuvor unter den gefan⸗- genen Chouans geſehen hatte, und der, ſo traurig und krank er auch damals ausſah, jetzt dem Grabe weit näher gerückt war..

Bouvet, rief George in einem Tone herzzerrei⸗ genden Kummers,dieß wird uns für immer Schande machen.

Der Jüngling drehte ſeine kalten Augen herum,

bis ſie auf dem Geſichte des Andern haften blieben; während ſeine noch offen ſtehenden Lippen und ſeine blaſſe, platte Wange ihm das Anſehen einer plötzlich ins Leben zurückgerufenen Leiche gaben. So, mein braver Herzensjunge, ſagte George, ihn auf die Stirne küſſend, ſo, jetzt biſt Du wieder Du ſelbſt. Er bückte ſich über den Jüngling, bis ſehhe Lippen faſt deſſen Ohr erreichten, und flüſterte ihm zu:

Denkſt Du nicht mehr an die letzten Worte, Bou⸗ vet, die Monſeigneur zu Dir ſagte?Erhalte Dich für Deine Freunde und gegen unſere gemeinſamen Feinde. 3

Der Knabe fuhr zuſammen bei dieſen Worten und