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nie ans Tageslicht getreten wären, ſo entkräftet und verdirbt es in andern jene ſchwächeren Gemüther, die beſtimmt ſcheinen, ruhig in ſicheren Gewäſſern zu ſegeln, nicht aber den ſtürmiſchen Fluthen des Lebens zu trotzen.*
Mit ſolchen Geſellſchaftern war mir weder Sym⸗ pathie noch Freundſchaft möglich; und mein Leben ver⸗ ſtrich Tag für Tag und Nacht für Nacht in ununter⸗ brochener trauriger Eintönigkeit— bis meine immer nach innen gekehrten Gedanken gleichſam eine Bahn für ſich ſelbſt ausgetreten hatten, woran der Außenwelt und ihrer Menſchheit kein Antheil zukam. Nicht nur blieb mein Schreiben an den Miniſter ohne Antwort, ſondern ich wurde nicht einmal vor irgend einem Tri⸗ bunal verhört, und zuweilen geſchah es, daß mir das fürchterliche Schickſal jener Gefangenen, die unter der Schreckens⸗Regierung ihr ganzes Leben im Gefängniß zu⸗ brachten, wo ihre Verbrechen und ſogar ihr Daſein vergeſſen blieben, durch die Seele fuhr und mich mit un⸗ ausſprechlichem Schrecken erfüllte.
Wenn in der finſtern Atmosphäre des Tempels eine traurige Eintönigkeit vorherrſchte, ſo folgten die Ereigniſſe ſchnell auf einander in jener Welt, von der uns ſeine düſteren Mauern abſchloſſen: jede Stunde warf ein neues Licht auf die dunkle Verſchwörung; die Wachſamkeit des Herrn Real ſchlief weder bei Tag noch bei Nacht; und Alles, was Beſtechung, Schrecken oder Tortur bewirken konnte, wurde in Bewegung ge⸗ ſetzt, um vollſtändige und genaue Aufſchlüſſe über jeden in das Complot Verwickelten zu erhalten.
Es war ein herrlicher, friſcher April⸗Morgen, der ſechſte des Monats— der Tag iſt in mein Gedächtniß eingegraben— als ich in dean Garten ging und mit Staunen die Gefangenen in einem Kreis um einen
Beaum ſtehen ſah, woran ein Zettel angeſchlagen war.
Aller Augen waren neugierig auf das Papier gerichtet oder traurig zu Boden geſchlagen. Auf meine Frage,


