Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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ſaß und betrachtete ich Stunden lang die Fenſter des Pallaſtes, Geſchichte jener idealen Welt auswebend, von der mich meine dürftigen Glücksumſtände ausſchloßen.

Seit manchen Jahren hatten die Tutlerien nichts dargeboten, was dem Zuſtand, der früher in dieſem glänzenden Pallaſte herrſchte einigermaßen ähnlich ge⸗ weſen wäre; aber in der Zeit, von der ich ſpreche, war Buonaparte bereits zum lebenslänglichen Conſul gewählt worden, und bereits hatte die Einrichtung ſei⸗ nes Haushaltes eine ſehr beträchtliche Veränderung erlitten. In den erſten Jahren des Conſulates war eine bunte Menge von Adjutanten, deren ſchwerer Gang und lautes Sprechen weniger den Hof als das Lager verrieth, die einzige Umgebung ſeiner Perſon. Er lebte in dem mittleren Pavillon, wie in einem Zelte mitten unter ſeiner Armee; aber jetzt bewohnte er die glän⸗ zende Reihe von Zimmern links von dem ſogenannten Pavillon de l'horloge, die ſich gegen den Fluß er⸗ ſtreckt. Der ganze Dienſt des Pallaſtes war umge⸗ ſtaltet, und ohne durch Annahme der Titel Kammer⸗ junker oder Kammerherr jene Vorurtheile zu verletzen, welche dieſelben mit den Zeiten der geſtörten Monar⸗ chie in Verbindung gebracht hätten, führte er allmählig ein Hof⸗Zeremon iell ein, indem er für die Poſten um ſeine Perſon Leute vorzog, deren Weſen am meiſten von den feinen Sitten der Geſellſchaft an ſich hatte, und deren Familie ſchon unter der noblesse des Kö⸗ nigthums in Auszeichnung geſtanden waren.

Duroc, der Oberadjüutant des Generals, war Pal⸗ laſt⸗Gouverneur, und man ſagte, der Conſul ſelbſt habe das ganze Zeremoniell des alten Hofes ſtudirt und verordnet, daß jede Etikette des Königthums mit ſtreng⸗ ſter Genauigkeit wieder eingeführt werden ſolle. Die Kammerherrn wurden durch die Pallaſt⸗Präfekten er⸗ ſetzt, und Joſephine hatte ihre Ehrendamen gleich irgend einer Fürſtin aus königlichem Blute.