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ſtrengſte Zucht. Die Abende jedoch ſtanden zu unſerer Verfügung: und welch ein Vergnügen war es, nachdem die Mühen des Tages vorüber, nach der Stadt zu wandern, nach jenem glänzenden Paris— in deſſen Nähe ich ſchon ſo lange gelebt und von dem ich doch noch ſo wenig geſehen hatte.
Zuerſt zog der Glanz der Läden, das raſtloſe Strömen der Bevölkerung, die Größe der öffentlichen Gebäude alle meine Aufmerkſamkeit auf ſich; und wenn ich mich hieran ſatt geſehen hatte, ſo konnte ich noch mit Entzücken durch die anmuthigen Gärten der Tui⸗ lerien wandern, die im blaſſen Mondlicht plätſchernden Springbrunnen betrachten und den glücklichen Kindern zuſehen, die da herum ſpielten, ihr Lachen unter das Plätſchern des Waſſers miſchend. Welch eine bezau⸗ bernde Scene bildeten die verſchiedenen Gruppen, wie ſie kamen und gingen und mitten unter jenen dunklen Baumgängen verſchwanden, wo der leiſe Tritt die glücklichen Stimmen nicht ſtörte: und dann mit wel⸗ cher Sehnſucht warf ich meinen Blick nach dem Fenſter des Pallaſtes, wo hie und da ein halbgeſchloſſener Vor⸗ hang das goldene Gefunkel eines glänzenden Kron⸗ leuchters oder die reichen Rahmen eines Spiegels zeigte — wo vielleicht ein offener Gürtel für einen Augen⸗ blick irgend eine ſchöne Form enthüllte, die ſich auf den Balkon lehnte, um die Balſam⸗Luft des milden Abends zu ſchlürfen, während eine ſanfte Mufik aus dem prächtigen Saal herwogte und mich in einen Traum von Wonnen verſetzte, die mein Leben noch
nie gekannt hatte. Meine gänzliche Einſamkeit drückte mich mit jedem Tag ſchwerer; denn während jeder meiner Gefährten, Freunde und Verwandte hatte, un⸗ ter denen ſie ihre Abende zubrachten, ſo war ich freund⸗ los und allein. Meine beſchränkten Mittel— ich hatte nichts als meinen Sold— erlaubten mir nicht, das Theater zu beſuchen, oder ſolche Einladungen, womit mich die Kadetten überhäuften, anzunehmen; und ſo


