Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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ſie nicht etwas Waſſer auf mich gegoſſen. Als ich krank und erſchöpft dort lag, ſchlug ich meine Augen auf, und wie groß war mein Erſtaunen, um mich herum nicht die kleinen Schulgefährten zu ſeben, ſon⸗ dern die prächtigen Uniformen von Stabs⸗Offizieren, und zwei elegant gekleidete Damen„ von denen Eine eine Schale Waſſer in der Hand hatte und meine Schläfe damit beſprengte. Ich ſah auf mein zerriſſe⸗ nes Gewand und auf den Aermel meines Rockes, wo die Zeichen meines Ranges faſt halb verwiſcht waren, und Thränen traten in meine Augen bei der Erinne⸗ rung an das Mißlingen meiner letzten Unternehmung. In dieſem Augenblick öffnete ſich die Menge, und ein blaſſes, aber ſchönes Geſicht, wo die ſtrengen Züge des Herrſchers durch einen Blick von faſt weiblicher Sanftheit gemildert waren, lächelte mich an.

„C'etait bien fait, mon enfant,“ ſagte er. „très bien fait, und wenn Du dabei einen Rock verloren haſt, ſo muß ich ſehen, ob ich Dir zum Er⸗ ſatz einen andern geben kann. Monſieur Legrange, wie iſt der Charakter dieſes Knaben in der Schule? iſt er fleißig, eifrig und geſittet?“

„Alles zuſammen, General,“ ſagte der Chef, ſich reſpektvoll verbeugend..

„Von heut' an ſoll er ſein Brevet haben. Wer ſind ſeine Verwandten?⸗

Die Antwort auf dieſe Frage wurde leiſe ge⸗

ert.

„Wirklich!“ ſagte der erſte Sprecher;„ein weite⸗ rer Grund, für ihn zu ſorgen.„Monfieur,“ fuhr er fort, gegen mich ſich wendend,„morgen haben Sie Ihre Epauletten; vergeſſen Sie nie, wie Sie dieſelben gewonnen haben, und erinnern Sie ſich immer, daß jeder Dienſtgrad innerhalb des Bereiches eines Man⸗ nes iſt, der ſeine Schuldigkeit thut.“ Mit dieſen Wor⸗ ten ging er fort, wäbrend ich, überwältigt von tauſend Gefühlen, weder ſprechen noch mich regen konnte.