Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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ten nicht mehr, ich ſog die um mein Geſicht ſpielende Seeluft mit Entzücken ein und fühlte mit innigſtem Be⸗ hagen die wiederkehrende Geſundheit. Es war Abend, der ſchwache Wind, der auf Sonnenuntergang folgt, füllte kaum die Seegel, als wir durch die wellenloſe See glitten; ich hatte dem einförmigen Geſang eines Matroſen gelauſcht, der neben mir ſaß und ein Segel ausbeſſerte, als ich plötzlich eine Stimme vom Waſſer her hörte, die uns grüßte; der Barkenführer ſprang auf das Halbdeck und gab ſogleich Antwort— die Worte konnte ich nicht verſtehen, aber an der Bewe⸗ gung rings um mich ſah ich, daß etwas Ungewöhnliches begegnet war, ich ſtreckte, nicht ohne Anſtrengung mei⸗ nen Kopf über das Bollwerk und ſah mich um. Eine lange niedere Barke lag hart an unſerer Seite, ge⸗ füllt mit Männern, deren blaue Mützen und geſtreifte Hemden mir nicht weniger auffielen, als ihre ſchwarzen Gürtel und die Hirſchfänger, womit Alle bewaffnet waren. Nachdem ſie mit unſerer Mannſchaft freund⸗ liche Grüße gewechſelt hatte— denn ſo kamen ſie mir vor, ob ich gleich die Worte nicht erhaſchen konnte— ging ſie ſchnell hinter uns.

„Das iſt ihre Flotille, Sir,“ ſagte der Steuer⸗ mann, indem er mein über das Waſſer ſtreifendes Auge beobachtete.

Ich richtete mich höher auf und folgte der Richtung ſeines Fingers. Nie werde ich dieſen Augenblick ver⸗ geſſen; vor mir, wie es ſchien, kaum eine Meile weit, lag ein Tauſend Boote vor Anker, unter dem Schatten langer Sandhügel, mit luſtigen, ſchimmernden Flaggen geſchmückt, gefüllt mit Geſtalten, deren glänzende Far⸗ ben und glitzernde Waffen prächtig im dämmernden Abendlicht ſchienen. Die ſchimmernden Wellen ſpiegel⸗ ten die unzähligen Farben zurück, während ſie im Ein⸗ klang mit dem reichen Anſchwellen kriegeriſcher Mufik zu plätſchern ſchienen, die mit jedem friſchen Lufthauch über das Waſſer daher tönte. Das Ufer war bedeckt