woölkt, meine Wange brannte und meine Schläfe poch⸗
Anker lichteten und die Segel entfalteten. In weniger als fünf Minuten waren dieſelben vom Wind gebläht, das Waſſer rauſchte um die Barke und wir ſtanden in der hohen See.„
„Wohin?“ fragte ich leiſe flüſternd den Matroſen, der neben mir das Steuer hielt.
„In den Canal, Sir.⸗
„Und dann?“ fragte ich noch einmal,„und dann?“
„Das häaͤngt, glaub' ich von den Kreuzern ab,“ ſagte er in rauherem Tone und, wie es ſchien, nicht geneigt, weitere Fragen zu beantworten.—
Ach, ich hatte zu wenig Intereſſe für das Leben, als daß ich mich weiter um das Wohin bekümmert hätte; ich legte mein Haupt auf meinen Arm und ver⸗ ſank für einige Stunden in tiefe Betäubung.
Die heiße Sonne, die Seeluft, die ungewohnte Bewegung und, das Schlimmſte von Allem, der reich⸗ liche Genuß von Branniwein und Waſſer, das ich von Zeit zu Zeit nehmen mußte, zogen mir allmählig ein Fieber zu, und vor Abend ergriff mich ein brennender Durſt und pochendes Kopfweh; meine Sinne, die bis⸗ her nur in Starrſucht gelegen, wurden ſchmerzlich em⸗ pfindſam, und mein Geiſt begann ſich zu verwirren. In dieſem Zuſtand blieb ich Tage lang, ganz ohne die Flucht der Zeit zu bemerken; ſchreckhafte Bilder der Vergangenheit jagten einander in meinem erhitzten Ge⸗ hirne und quälten mich mit unaugſprechlichen Schrecken. In einem meiner heftigſten Anfälle geſchah es, daß ich den Verband von meiner Seite riß; meine halb geheilte Wunde brach wieder auf, und ſo war ich in einem Augenblick mit Blut überſchwemmt. Ich kann mich nicht erinnern, was darauf folgte; es trat die äußerſte Schwäche ein, und ich lag dort ohne Bewußt⸗ ſein und Bewegung. Dieſem Umſtande verdankte ich mein Leben; denn als ich wieder zu mir kam, hatte mich das Fieber verlaſſen, meine Sinne waren unbe⸗


