des kleinen Schiffes, während ſie ohne Verzug den
betrachtete, der lang verhaltene Schmerz brach endlich hervor und ich ſchluchzte wie ein Kind. 4 „Kommt, kommt, Junge, nicht weichherzig,“ ſagte der Schiffer, ſeine Hand auf meine Schulter legend. „Ein ſo junger Menſch kann noch nicht viel rauhe Er⸗ fahrungen gemacht haben. Auf mit dem Kopf, und ſeht, was für ein herrlicher Morgen; und wie günſtig der Wind über's Waſſer ſtreicht. Das letzte Mal hat⸗
ten wir kein ſolches Wetter, das vürft Ihr glauben.“
Ich ſah plötzlich auf, und in der That hatte ich noch nie einen ſo ſchönen Anblick genoſſen. Die Sonne hatte ſich in aller Pracht erhoben und ergoß eine Fluth goldenen Lichtes über die Bucht, die fernen Spitzen der Wicklow⸗Gebirge mit rofigem Schein überziehend und die waldigen Thäler zu deren Füßen beleuchtend. Hart über uns erhoben ſich die ſchroffen Seiten von Howth in dunklem Schatten; die drohenden Felſen und fiaſteren Höhlen bildeten einen ſcharfen Contraſt gegen die glitzernden Farben der gegenüberliegenden Küſte, wo jede Hütte und jede Klippe im tanzenden Sonnen⸗ lichte flimmerte. Als wir um die Spitze kamen, er⸗ hoben die Männer ein Freudengeſchrei und wurden alsbald mit einem gleichen begrüßt. Ich kehrte mich um und ſah unter den ſchlanken Klippen die dünnen Stangen eines kleinen Schiffes, woran die Segel nachläſſig herabhingen.
„Hier liegt ſie,“ ſagte der Bootführer—„das
iſt die kecke Sarah, junger Herr; und wenn Ihr Euch auf Barken verſteht, ſo denk' ich, ſie wird Euch ge⸗ follen. Vorwärts, ihr Jungen, vorwärts; wenn der Felſen dort bedeckt iſt, haben wir Fluth.“ Das Boot ſlog dahin unter den kräftigen Stößen ihrer muſkligen Arme, und gleitete in wenigen Mi⸗ nuten in die kleine Bucht, wo die kecke Sarah vor Anker lag.
Sie hoben mich auf und brachten mich an Bord


