Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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mit Zelten, einige derſelben von mächtigen Bannern umflattert; und ſo weit das Auge reichte, war die weite Ebene neben der See mit Schaaren gewaffneter Männer betüpfelt. Da ſtanden ungeheure Colonnen von Infanterie— auch Cavallerie und Artillerie— mit blinkenden Waffen und luſtig wehenden Federn, aber Alles ſtill und regungslos, wie feſtgezaubert. Aus den dichten Vierecken ſah ich Reiter ab und zu galop⸗ piren. Plötzlich ſchoß eine blaue Rakete in den ruhigen Himmel und ergoß ſich in tauſend glitzernden Funken über das Lager; drauf erſcholl der dumpfe Donner einer Kanone, und dann ſchwoll hoch und voll die Muſik von tauſend Banden an, in einem Augenblick war die ganze Ebene in Bewegung, und der Grund erzitterte unter dem Tritt marſchirender Truppen. Regiment folgte auf Regiment, Schwadron auf Schwadron; Alles marſchirte gegen den Strand zu, während ſich eine lange, dunkle Linie durch die glitzernde Maſſe wand, ein Artilleriezug, der ſich mit Geſchütz, Pulver⸗ und Munitionswägen ſchweigend über die Oberfläche bewegte. 5

„Alles, was ich mir je von kriegeriſchen Schau⸗ ſpielen vorgemalt hatte, war nichts in Vergleich mit dem prächtigen Anblick vor mir. Die ſtille Abendluſt, erſchüttert vom Klang der Trompeten und Geraſſel der Trommeln, die ſpiegelgleiche See, gefärbt vom Wider⸗ ſchein glänzender Banner und wehender Flaggen— und dann der gleichmäßige Schritt der mächtigen Ar⸗ mee erfüllte alle meine Sinne ſo ſtark, daß ich fürch⸗ tete, es möchte Alles das leere Trugbild eines Trau⸗ mes ſein und verſchwinden, wie es kam.

„Welch' ein prächtiger Anblick!“ rief ich endlich

ans, halh außer mir vor Enthufiasmus.„Wo find

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„Wo wir find!“ wiederholte der Barkenführer lächelnd.„Seht nur hin und Ihr werdet's bald er⸗ rathen. Gleichen dieſe Uniformen denen des Königs