Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 4. bis 6. Bändchen (1845)
Entstehung
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ich nichts von meiner Wunde, während mich die Schnel⸗ ligkeit, womit wir durch die Luft flogen, in eine kei⸗ neswegs unangenehme Schläfrigkeit verſetzte. In die⸗ ſem Zuſtande wußte ich kaum, was um mich vorging. Dann und wann erweckte mich ein gelegenheitlicher Halt, eine zufällige Unterbrechung, und ich hörte hal und halb den Laut von Stimmen, aber wovon ſie

ſprachen, wußte ich nicht. Darby fragte mich häufig,

aber meine höchſte Anſtrengung, ihm zu antworten, war ein Druck mit der Hand. Zuweilen kam es mir vor, als wäre Alles, was ich fühlte, nur die Phan⸗ taſie eines krankhaften Traumes, den der Morgen ſchon verſcheuchen würde. Dann dachte ich, wir fliehen vor einem Feinde, der Uns hart verfolge und mit je⸗ dem Schritt näher komme; in Alles miſchte ſich ein dunkles Gefühl irgend eines ſchrecklichen Ereigniſſes und drückte mir ſchwer aufs Herz.

Allmälig wurden meine Sinne klarer, und ich ſah, daß wir längs der Meeresküſte reiſten. Das ſchwache, graue Licht des anbrechenden Tages ergoß einen kalten Schein über das grüne Waſſer, das in traurigem Takt an das niedrige, flache Ufer ſchlug: ich betrachtete die Wellen, wie ſie ächzend das zerſtreute Schilf peitſchten, wo ſich das wilde Geſchrei des über die dunkle Flut dahin ſchwebenden Strandpfeifers in das Gebrauſe

miſchte, und mein Herz wurde ſchwerer. Es liegt in dem dumpfen Getöſe der See bei Nacht etwas, das

ſich auf furchtbare Art mit unſern trübſten Gedanken verbindet die lauteſten Donner des Sturmes, wenn weißſchäumende Wogen hoch aufſteigen und in tauſend Wirbeln an den ſchwarzen Felſen ſich brechen, ſtimmen nicht ſo ſehr zur Melancholie, als die ſeufzende Klage

der Mitternachtfluth. Lang begrabenes Weh, lang ver⸗ geſſene Schmerzen ſtehen auf, wenn wir lauſchen, und

es iſt uns, als wäre dieß Klaggeſchrei der Leichenge⸗ ſang über geliebte Hoffnungen und lang genährte

Wünſche. Aus meinem düſteren Sinnen erweckte mich