„Blieb er todt?“ fragte ich, entſetzt über die Kälte ſeiner Erzählung. „Weiß leider nicht.— Er ſiel über die Mähne ſeines Pferdes und ich ſah das Thier mit ihm die
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herab hingen; dann hörte ich einen Krach und ſah, daß er am Boden warz; das Pferd ſchleifte ihn im Steig⸗ bügel fort; aber bald nahm mir der Staub die Aus⸗ ſicht; in der That war ich auch zu ſchwach und ſo roch ich in das Gebüſche, bis es dunkel war und ſchleppte mich dann hinunter nach Glencree.“
Die Gleichgültigkeit und Kaltblütigkeit, womit er ſeine Erzählung vortrug, durchdrangen mich mit weit heftigerem Schauer, als die leidenſchaftlichſte Beſchrei⸗ bung und ich ſtarrte ihn mit einem Gefühl von Schre⸗ cken an, das leider meine Züge nur zu deutlich verrie⸗ then. Er ſchien zu merken, was in meiner Seele vor⸗ ging und gereizt durch das, was er als Undankbarkeit für den mir geleiſteten Dienſt betrachtete, wurde ſein Geſicht plötzlich dunkelroth, die geſchwollenen Adern ſtanden dick und knotig auf ſeiner Stirne, ſeine blauen Lippen bebten und mit dumpfer Kehlſtimme ſagte er:
„Ihr denkt vielleicht, ich habe ihn ermordet?“ dann, als ich keine Antwort gab, fuhr er in gleichgültigem Tone fort—
„Ihr ſeid noch nicht lange bei ihnen in die Schule gegangen. Aber hört mich jetzt— noch nie hat ein Verräther an der Sache ein glückliches Leben oder einen leichten Tod gefunden; noch nie hat Einer uns ver⸗ rathen, ohne daß wir uns an ihm oder den Seinigen gerächt hätten. Ich denke nicht, daß Ihr bis dahin gekommen ſeid; denn wenn ich es dächte, beim ſterbli⸗ chen——“ Während er in einem Tone der wildeſten Drohung das letzte Wort ausſprach, wurde unſere Unterredung durch mehrere Stimmen draußen und durch das Umdrehen eines Schlüſſels unterbrochen; und Darby hatte kaum Zeit, ſich wieder in ſeine Verkladung zu


