10 nem rothen Auge und fügte hinzu—„Mr. Tom, ich
hätie nie geglaubt, daß Ihr ſo was thätet.“ „Was?/ fragte ich eifrig:„was habe ich gethan,“
daß Ihr mich ſo anlaſſet?“
Aber Darby hörte mich nicht: ſeine Augen ſtarrten ins Leere hinaus und ſeine Lippen bewegten ſich ſchnell, als ſpräche er mit ſich ſelbſt.„Ja,“ ſagte er halb laut,„nur zu wahr, die Edelleute find es, die uns im⸗ mer verrathen haben— nie kam etwas Gutes heraus, wenn ſie die Hände mit im Spiel hatten. Aber Ihr“ — hier kehrte er ſich gerade gegen mich, ergriff meinen Arm und ſprach—„Ihr, den ich mehr liebte, als meine leiblichen Verwandte und Bekannte, Ihr, von dem ich dachte, Ihr würdet aus allen einſt ein Stolz und Ruhm ſein— Ihr, den ich ſelbſt für die Sache gewonnen—
„Und wann habe ich ſie verlaſſen?— Wann habe ich ſie verrathen?“.
„Wann Ihr ſie verlaſſen habt?“ wiederholte er in höhniſchem Tone.„Nennt mir den Tag und die Stunde, wo Ihr hieher kamt— nennt mir den erſten Augen⸗ blick, wo Ihr Euch hinſetztet unter die rothen Schläch⸗ ter des Königs George, und ich will Euch darauf Ant⸗ wort geben. Iſt hier der Ort, wo Ihr ſein ſolltet? Iſt dieß die Heimath für Den, der ein Herz für Irland hat? Ich ſagte nie, daß Ihr uns verrathen habt; an⸗ dere ſagten es— aber ich beſtand darauf, Ihr habet es nie gethan. Allein was ſoll das heißen? Es iſt kein Wunder, daß Ihr uns verlaſſen habt; wir waren arme und niedrige Leute, uns lag nichts am Herzen, als die gute Sache——
„Halt!“ rief ich, durch ſeinen Hohn raſend gemacht —„was hätte ich thun können? wo war mein Platz?“
„Fraget nicht mich. Wann Euer eigenes Herz es Euch nicht ſagt, wie kann ich es ſagen? Aber es iſt jetzt vorüber— der Tag iſt vorbei, und ich muß mich wieder auf den Weg machen. Mein Herz iſt leichter, ſeitdem ich Euch geſehen, und noch leichter wird es ſein,
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