Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
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Praktikanten, kniete vor dem Feuer, um Brod zu röſten; aber er verfolgte mit ſeinen ſcharfen, durchbohrenden Augen jede Bewegung im Zimmer, und ſchien mit bos⸗ haftem Vergnügen die ſchiefen Geſichter zu beobachten, wenn zuweilen eine übermäßige Verdünnung des Thee's oder der blauen Milch einen ſchwermüthigen Eindruck auf die Gäſte machte. Dieß waren nicht die geeigneten

Umſtände, meine Bekanntſchaft mit meiner ſchönen Nach⸗

barin zu erneuern; wenn ich auch Luſt dazu gehabt hätte, ich ſchlug daher ihre Einladung zum Frühſtück aus und lehnte mich verdrießlich an das Kamin, wäh⸗ rend das Verlangen, mein Schickſal zu kennen, jeden Augenblick peinlicher wurde. Inzwiſchen wurde nicht ein Wort geſprochen es herrſchte allgemeines, düſte⸗ res Schweigen, nur durch das Geräuſche des Eſſens

unterbrochen; als plötzlich die Thüre aufflog und die fröhliche Stimme Bubbletons erſcholl, der unaufhörlich

darauf los plauderte; in einem Augenblick trat er ein, gefolgt von Baſſet, über deſſen hartes Geſicht der Schat⸗ ten einer beſſeren Natur zu gehen ſchien.

In dieſem Falle, rief der Kapitän,bin ich Ihr Mann, nicht daß ich ein großer Held beim Frühſtück oder Mittageſſen wäre; Abendeſſen iſt eher meine Stärke ein duftender Braten um drei Uhr des Morgens, ein Häring in Butter und Branntwein geröſtet, zwei⸗

hundert kleine Auſtern, dann noch etwas Warmes, ein

Glas Selzer mit Holländerwaſſer für die Geſundheit, und dann ſo viel Glas Branntwein und Waſſer als

beliebt.

Während Bubbleton in dieſer Art fortſchwatzte, hatte er ein halb Dutzend Eier ausgeſchlagen, und in⸗ dem er das Gericht mit Pfeffer und Eſſig würzte, war er emfig beſchäftigt, die Mäßigung ſeines Morgenappe⸗ tites zu rühmen.

3Verſuchen Sie einmal, wie das ſchmeckt, Tom, 3 rief er, nicht errathend, welchen Eindruck es unter