ſchleppte mich mit Händen und Füßen die breite eichene Stiege hinauf, welche in undurchdringliche Finſterniß gehüllt war. Als ich den Gang erreichte, an welchen die Schlafzimmer ſtießen, hörte ich dumpfe Stimmen im Geſpräch miteinander— ſie kamen aus meines Vaters Zimmer, deſſen Thüre offen ſtand. Ich näherte mich leiſe und lugte hinein. An dem Feuer, welches jetzt das einzige Licht im Gemache war, ſaßen zwei Perſonen an einem kleinen Tiſche; die eine erkannte ich ſogleich als die lange, feierlich ausſehende Geſtalt des Doktor Finnerty; den andern an den ſcharfen Tönen ſeiner Stimme als Mr. Anthony Baſſet, den vertrauten Anwalt meines Vaters.
Auf dem Tiſche vor ihnen lag eine Maſſe von
Papieren, Pergamenten, Pachtverträgen, Urkunden, und daneben ſtanden Gläſer und eine ſchwarze Flaſche, über deren Inhalt das dabei befindliche Waſſer nebſt Zucker keinen Zweifel geſtattete. Das Kaminſtück war mit einer Reihe von Phiolen und Arzneiflaſchen be⸗ ſetzt, von denen einige halb, andere ganz leer waren. Von dem Beit her in dem Winkel des Zimmers kamen die ſchweren Töne mühevollen Athmens, welche ent⸗ weder tiefen Schlaf oder Unempfindlichkeit bedeuteten. Wenn ich nur wenig Gunſt in meines Vaters Hauſe genoß, ſo hatte ich einen großen Tbheil der mir be⸗ wieſenen Kälte dem ſchlimmen Einfluſſe der nämlichen zwei Perſonen zu verdanken, welche vor mir im Zim⸗ mer ſaßen. Ueber die eigentliche Urſache der Mißgunſt des Doktors war ich nicht ganz im Klaren; ſie kam vielleicht daher, weil ich von den Maſern mich erholt, während er doch meinen gewiſſen Tod prophezeit hatte. Die Mißgunſt des Anwalts hingegen war mir kein Geheimniß. Ungefähr drei Jahre vorher war er auf ſeinem Wege nach Ballinasloe Markt in unſerem Hauſe zum Frühſtück eingekehrt. Als ſein Pony in den Stall geführt wurde, ſtach er mir gewaltig in die Augen.
Es war ein höchſt verführeriſches Stück Pferdefleiſch,


