voll Feuer und in vortrefflichem Zuſtande; denn er war im Begriff, das Thier zu verkaufen. Ich ſchlich ihm nach und kam gerade dazu, als der Knecht im Begriffe war, es abzuſatteln. Der Anwalt war nicht beliebt im Hauſe, und es koſtete mich wenig Mühe, den Mann zu bereden, anſtatt den Sattel abzunehmen, blos die Steiabügel ſo kurz als möglich zu ſchnallen. In der nächſten Minute flog ich auf dem Rücken des Thieres
in geſtrecktem Galopp über die Ebene. Allenthalben
waren Hecken, und ich ſetzte über doppelte Gräben, über Mauern und hölzerne Geländer mit einer tollen Luſt, die bei jedem Satze höher ſtieg. Nach einem ſolchen Ritte von ungefähr drei Viertelſtunden, da ſo⸗ wohl ſein Blut als mein eigenes im höchſten Grade erhitzt war, beſchloß ich mit ihm einen Verſuch über die Mauer eines alten Pferches zu machen, welcher einige hundert Ellen von der Front des Hauſes ſtand. Zu jeder andern Zeit hätte ich, da ich vom Fenſter aus geſehen werden konnte, es nicht gewagt, an eine ſolche Heldenthat auch nur zu denken, jetzt aber war ich ganz über die Schnur ſolcher kalten Berechnungen hinaus; zudem war ich von einer ausgewählten Schaar von Arbei tern ſammt Weib und Kind begleitet, deren Lobſprüche auf meine Reitkunſt mich ſogar bewogen hätten, über die Schleuße eines Kanals zu ſetzen, wäre ein ſolcher vor mir geweſen. In feinem Galopp ging es über eine Grasdecke bis an den Pferch, und ich ſetzte hinüber, begrüßt mit dem lauteſten Jubel, der je ein leichtes Herz erfreute. Kurz vor dem Sprunge warf ich einen Blick auf das Schloß; das Fenſter des Frübſtückzimmers war offen, mein Vater und Mr. Baſſet ſtanden beide daran; ich ſah ihre Geſichter roth vor Zorn und hörte ihr lautes Geſchrei; mein friſcher Muth war gelähmt— ich ſah nichts mehr, ich ſühlte
den Pony an die Mauern rennen, fühlte den keäftigen
Tritt ſeiner Füße, den Sprung, den Sturz und dann ein Krachen— ich wurde einige halbdutzend Ellen weit
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