Teil eines Werkes 
2., Tom Burke : ein Roman aus der napoleon'schen Zeit : 1. bis 3. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

mich unbemerkt vom Hauſe wegzuſtehlen, um einer Todtenwacht auf dem Lande beizuwohnen, machte mich ſehr beliebt bei dem Landvolk, welches darin einen Zug nicht geringer Güte von Seite desHerren⸗Sohnes erblickte. Der Willkomm und die Aufmerkſamkeit, wo⸗ mit ich überall empfangen wurde, wirkte auf mein junges Herz und ſo lernte ich das ganze Intereſſe die⸗ ſer Scenen eben ſo gut fühlen, als die Umſtehenden. Demnach betrachtete ich mit Bekümmerniß den einſamen Leidtragenden, der jetzt am Heerde ſaß dieſen armen, alten, geiſtesverworrenen Mann, welcher in den leeren Raum hinausſtarrte oder mit vertrockneten Lippen ei⸗ nige wenige Worte vor ſich hinmurmelte; daß er allein erſchien, um unſern Kummer zu theilen, machte auf mich den Eindruck gänzlicher Verlaſſenheit, ich lehnte mich an den Kamin und brach in Thränen aus.Du mußt nicht weinen, närriſcher Junge, mußt nicht wei⸗ nen, ſagte der alte Mann,dieß iſt der übelſte von allen Wegen, raffe Dich wieder auf und reite keck darauf los. O, o, ſieh nur, wie der Dieb dort ſtiehlt dort an der ſteinernen Wand. Hier begann er ein dumpfes, klagendes Lied-

Und der Fuchs ſaß nieder und lugte umber, Und wenige wagten zu folgen. 4 Mag in Kummer ich ſein, doch zweifl' ich ſehr, Daß ihr euch freuet noch morgen. So hoch ihr reitet, ſo laut ihr ſchreit, So wenig ihr fühlt meine Sorgen, Frei bin ich doch an Berges⸗Seit', Waͤhrend ihr zu Boden ſchon morgen. O Moddideroo, aroo, aroo.

Ja, recht ſo ſie rennen dahin, ihn zu begra⸗ ben in den kalten Kirchhof Pft horch ſo ſo da höre ich Bädger

Ich wendete mich mit zerriſſenem Herzen weg und