Teil eines Werkes 
14. bis 18. Bändchen (Schluß) (1846)
Entstehung
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zum Zweifeln hat und die Wirklichkeit mit Händen zu greifen glaubt. In dieſem Fall befand ich mich jetzt. Ein haſtiger Blick auf das weite öde Geſilde vor mir und alle Begebenheiten des Schlachttages ſtanden vor meiner Seele. Die demontirten Kanonen, die zerbrochenen Wagen, die Haufen von Todten oder Sterbenden, die umherſtreifenden Schaaren zu Fuß und zu Pferd und die dunkeln Tragbahren, worauf man die Verwundeten legte, Alles deutete auf die ſchrecklichen Vorgänge des geſtrigen Tages.

Dicht um mich her war der Boden mit den Leichen unſerer Reiter bedeckt, untermiſcht mit Soldaten der alten Garde; die breite Stirne und kernfeſte Bruſt des Angelſachſen lag erbleichend neben dem wettergebräunten, bärtigen Krieger Galliens, während der aufgeriſſene Boden von der verzweiflungsvollen Wuth des Kampſes zeugte, welcher den Tag beſchloß.

Als mein Auge über das grauenvolle Schauſpiel hinſchweifte, ergriff mich eine peinliche Angſt, wer wohl den Sieg davon getragen habe. Ein gewiſſer verworrener Eindruck von Flucht und Verzweiflung haftete noch in meiner Seele, aber meine eigene Lage zu Anfang des Tages erſchwerte mir noch das Nachdenken und ich konnte mich aus einem Zuſtand qualvoller, banger Ungewißheit nicht herauswinden. Ich war zwar nicht verwundet, aber dennoch dermaßen gequetſcht, daß ich nicht ohne Mühe auf meine Beine treten konnte. Bald bemerkte ich, daß der Ort, wo ich mich befand, noch nicht von jenen Geiern des Schlachtfeldes heimgeſucht war, welche Todte und Sterbende ohne Unterſchied ausplündern. Wahr⸗ ſcheinlich war hieran die Entfernung von dem Haupt⸗ ſchauplatze der Schlacht ſchuld, und ſetzt konnte ich, als die erſten Sonnenſtrahlen über die Erde fielen, den Helm der Enniskillener und die hohen Bärenmützen der ſchot⸗ tiſchen Grauen erkennen, die in dichter Verwirrung zwi⸗ ſchen den ſtählernen Küraſſen und langen Schwertern der franzöſiſchen Dragoner lagen und den Ort bezeichneten,