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Hundertundzwanzigſtes Kapitel. Waterloo.—
Napoleons Abſicht war urſprünglich, die Schlacht durch einen Angriff auf den äußerſten rechten Flügel zu 8 eröffnen; aber Ney, der von einer Recognoscirung zu⸗ rückkam, berichtete, ein kleiner Bach ſey in Folge des langen Regens zu einem ſchäumenden Strom angeſchwol⸗ len und könne von der Infanterie nicht paſſirt werden. Um dieſe Schwierigkeit zu vermeiden, gab er ſein Lieb⸗ lingsmanöver, einen Flankenangriff, auf und beſchloß zu⸗ erſt das Centrum des Feindes zu beſtürmen. Er ließ ſeine Cavallerie und Artillerie auf der Straße nach Brüſ⸗ ſel vorrucken und hoffte auf dieſe Art die Verbindung der Engländer mit ihrem eigenen linken Flügel, ſowie mit den Preußen abzuſchneiden, denen, wie er mit vol⸗ ler Zuverſicht annahm, Grouchy mehr als gewachſen ſein mußte.
Die Reſerven wurden deßhalb alle gegen das Centrum hin beordert. Siebentauſend Mann Reiterei und eine maſſive Artillerie ſammelten ſich auf den Höhen von La Belle Alliance und warteten nur auf den Beſehl zum
Aufbruch. Es war elf Uhr. Napoleon beſtieg ſein Pferd und ritt langſam die Linie hinab; wiederum ertönte das Geſchrei Vive l'Empereur und aufs Neue ſtimmten die Muſikchöre der verſchiedenen Regimenter ihre herzerre⸗ genden Melodien an, als der ſchimmernde Stah ſich da⸗ hin bewegte.. 3
— Auf brittiſcher Seite war Alles g. Die ver⸗ ſchiedenen Diviſionen ſchienen noch ir in ihrer alten Stellung zu beharren, und der Zangz Bergrücken von Ter- la Haye bis Merkebraine Earrte von Baſonetten. Nichts konnte gleicher ſein, als ie gegenſeitigen Vor⸗ theile des Bodens. Jede Armee behielt eine Anhöhe beſetzt, von welcher herab ihre Artillerie ſpielen konnte. 20*


