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und in inniger Bewegung ſank ich jetzt auf die Kniee
und dankte Gott für die Rettung meines Freundes.
Am andern Morgen ſchlief ich ſo feſt, daß ich erſt durch wiederholtes Rütteln an der Schulter geweckt wer⸗ den konnte.
„Ich meinte doch, es ſeyen zwei Gefangene da,“ brummte ein alter Schnurrbart, indem er einen for⸗ ſchenden Blick im Zimmer umherwarf.„Nun, wir wer⸗ den vor Sonnenuntergang wohl genug von der Waare haben. Stehen Sie auf; Monsieur le duc de Dal- matie wünſcht einige Aufſchlüſſe, die Sie ihm ertheilen können.“
So ſprechend führte er mich aus dem Zimmer, die
ſteinerne Treppe hinab und auf den Hofraum. Es war
erſt vier Uhr und noch immer floß der Regen in Strömen herab; dennoch war Alles ſchon munter und geſchäftig⸗
„Beſteigen Sie dieſes Pferd,“ ſagte mein barſcher
Freund,„und kommen Sie hieher, links, der Marſchall iſt bereits weggeritten.“—
Der ſchwere Morgennebel, noch verdickt durch die Wolken, die beinahe zur Erde herabhingen, ließ uns
kaum hundert Schritte weit ſehen; aber das trübe Licht
der Wachtfeuer zeigte mir die Ausdehnung der franzö⸗ ſiſchen Stellung, die den ganzen Abhang gegen die Straße von Hal einnahm. Wir ritten Trab, aber in dem weichen Lehmboden ſanken unſere Pferde jeden Augenblick bis an die Hufhaare ein. Ich wandte mich um, da ich das Geräuſch von Reitern hinter mir ver⸗
nahm und nun ſah ich, daß zwei Dragoner mit ange⸗
ſchlagenen Karabinern mir folgten und mich feſt im Auge behielten, um jede mögliche Flucht zu verhindern. In einer kleinen Vertiefung hielt ein Trupp Reiter, die leiſe mit einander ſprachen, als wir ankamen.
„Dort, das iſt der Marſchall,“ flüſterte mir mein Begleiter zu. 4
„Ja, Herr Herzog,“ ſagte ein Ingenieuroberſt, der mit einer kolorirten Karte in der Hand neben Soults


