Teil eines Werkes 
14. bis 18. Bändchen (Schluß) (1846)
Entstehung
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wiederholten Zuſtcherung ihrer Hülfe verließen die Fran⸗ zoſen mein Zimmer. Kaum hatte ſich die Thüre hinter ihnen geſchloſſen, als mein Mitgefangener, den ich gänz⸗ lich vergeſſen hatte, aufſprang und auf'mich zutrat. Seine Perſon verſperrte mir das Licht, ſo daß ich ſeine Züge nicht zu erkennen vermochte; aber die erſten Töne ſeiner Stimme ſagten mir, wer er war.

„Hören Sie, Sir,“ ſagte er, ſeine Hand auf mei⸗ nen Arm legend;„ich weiß um Ihren Plan; in einer Stunde werden Sie frei ſeyn. Können Sie— wollen Sie einen Dienſt einem Manne leiſten; der ihn nicht geringer anſchlagen wird, weil es der letzte iſt, den ein Menſch ihm erweiſen kann? Die paar Zeilen hier, die ich mit Bleiſtift geſchrieben habe, ſind für meine Tochter.“

Mehr konnte ich nicht ertragen und rief mit einer Stimme, die ebenſo bewegt war wie die ſeinige—

„O täuſchen Sie ſich nicht, Sir; wollen Sie, ſelbſt in dieſer Stunde, einen Dienſt annehmen von Jemand, den Sie aus Ihrem Hauſe verbannt haben?“

Der alte Mann fuht zuſammen; ſeine Hand zitterte, ſo daß ſie meinen Arm ſchüttelte, und nach einer Pauſe, ſowie mit einer gewaltigen Anſtrengung, gefaßt zu erſchei⸗ nen, antwortete er:—

„Meine Stunden ſind gezählt; man hat Depeſchen vom General Bourmont, die der Herzog mir anver⸗ traute, bei mir gefunden. Mein Urtheil war ſchnell gefällt; es lautet auf Tod.— Morgen mit Sonnen⸗ aufgang—“*

„Halt, halt!“ ſagte ich,„Sie ſollen entfliehen. Mein Leben iſt in keiner Gefahr. Ich habe, wie Sie ſehen, Freunde beim Stab und überdieß habe ich Nichts gethan, was meine Stellung gefährlich machen könnte.“

„Nein, Sir,“ erwiederte er ſtreng,„eine ſolche Rolle werde ich nicht ſpielen. Die Thränen, die Sie in dieſem alten Auge geſehen, galten nicht mir. Ich fürchte den Tod nicht. Freilich hätte ich ihn lieber auf einem