nung, Aufſchlüſſe über meine unglückſelige Lage zu erhalten. Es war vom ſelben Datum wie das offizielle Schreiben und lautete wie folgt:
„Mein lieber Charley.
„Geſtern traf ich beim Regimente ein, gerade noch zur rechten Zeit, um an dem herzlichſten Gelächter Theil nehmen zu können, das mich ſeit unſerer Bekanntſchaft erfreut hat. Wenn Berühmtheit Ihnen angenehm iſt, dann ſind Sie bei Gott zu beneiden; denn Charles O'Malley und ſein Bedienter Mickey Free leben jetzt in aller Mund, von Villa Formoſa an bis zum Nachtrab. Damit Sie indeß auch wiſſen, welcher Art der Spaß iſt, den Sie uns Allen bereitet haben, ſo hören Sie:— Ihr unvergleichlicher Mickey, dem Sie, wie es ſcheint, die Liſte der Todten und Verwundeten für den General⸗ adjutanten übergaben, und der zu gleicher Zeit einen Brief an ſeine Freunde in Irland ausgefertigt, hat die Adreſſen verwechſelt und Ihre Liſte als höchſt intereſſante Mittheilungen an ſein fernes Lieb abgeſchickt. Hoffent⸗ lich wird das holde Kind die Verwechslung weniger grim⸗ mig aufnehmen als der alte Colburn, welcher ſchwört, er werde Sie, Gott weiß unter welchen ſchweren An⸗ klagen, vor ein Kriegsgericht ſtellen.é In der That kennt ſeine Wuth ſeit dieſem Ereigniß keine Grenzen mehr, und ein Anfall von Gelbſucht hat ſeinem Geſichte eine Art Mittelfarbe zwiſchen Grün und Gelb gegeben, die ich mit Nichts zu vergleichen weiß, als höchſtens mit den gelben Aufſchlägen des ſchmutzigen 50ten Regiments.
„Da Mr. Free's Schreiben für Sie eine ebenſo große Merkwürdigkeit ſein wird, wie es für uns alle war, ſo lege ich eine Abſchrift davon bei, die ich durch Hopeton erhielt. Der ehrenwerthe Mickey erſcheint da⸗ rin in einem überaus glänzenden Licht als Depeſchen⸗ ſchreiber. Die gelegentlichen Unterbrechungen, die im Gange des Briefes vorkommen, finden vielleicht ihre Er⸗ klärung darin, daß Mickey, bei deſſen Heranbildung für


