plündert? müßt Ihr auch noch die Truppen des Königs be⸗ rauben?“ rief er, indem er ihn mit der einen Hand feſt zu Boden drückte, mit der andern ihm eine geladene Piſtole vors Geſicht hielt.“
Unterdeß hatte ſich die Scene um mich her höchſt ſpaß⸗ haft geſtaltet. Diejenigen von den Gnerillas, die man nicht mit Gewalt von den Sätteln geworfen, waren ru⸗ hig herabgegleitet, hatten ihre Waffen niedergelegt, und knieten jetzt in einem Halbkreiſe um uns her, und un⸗ ter dem rauhen Gelächter meiner Dragoner, ſowie der unbändigen Fröhlichkeit der Franzoſen, ſtiegen die Ge⸗ bete der armen Schächer empor, die ihr letztes Stündlein gekommen glaubten.
„Madre de Dios, ja wohl!“ rief Mickey, indem er den Ton eines bußfertig en alten Sünders mit zerflick⸗ tem Mantel nachahmte;„die heilige Jungfrau wird ſich viel um Diebe und Schurken, wie Ihr ſeid, bekümmern. Ich mochte wahnſinnig werden, wenn ich ſehe, wie Ihr Schurken Euch bekreuzet, als ob Ihr wahre Chri⸗ ſten wäret.“
Ich konnte nicht umhin, dem Anführer ſeine Grau⸗ ſamkeit ein wenig zu vergelten und ihn der zarten Be⸗ handlung Mickeys zu überlaſſen, den Andern aber be⸗ fahl ich aufzuſtehen und eine Linie vor mir zu bilden. Indem ich mich ſtellte, als ſei ich ausſchließlich mit Ih⸗ nen beſchäftigt, zog ich die Aufmerkſamkeit Aller von den franzöſiſchen Ofſizieren ab, welche bis jetzt ruhige Zuſchauer geblieben waren.
„Keine Umſtände meine Herren,“ flüſterte ich ihnen zu,„raſch zu Pferde und davon. Jetzt iſt es Zeit, le⸗ ben Sie wohl!“
Ein warmer Händedruck von allen Dreien war ihre einzige Antwort, und ich wandte mich jetzt wieder zu den unglückſeligen Guerillas.
„He, Mickey laß den armen Teufel los! Nun, Kapitano, ſind Sie noch immer überzeugt, daß ich Sie getäuſcht habe?“


