wohl gedauert haben würde, weiß ich nicht; denn auf einmal wurden wir durch Pferdegetrappel aufgeſchreckt. Wir lauſchten und konnten jetzt aus den rauhen Stim⸗ men und dem plumpem Gelächter deutlich entnehmen, daß eine Guerillabande im Anzuge war. Schweigend und beſtürzt ſahen wir einander an; eine Entdeckung mußte uns in dieſem Augenblick höchſt unangenehm ſein. Wir hatten nur wenig Zeit uns zu berathen, denn unter lau⸗ tem Freudengeſchrei ſprengten jetzt vier ſpaniſche Reiter
mit geſpannten Karabinern heran. Die Franzoſen ſpran⸗
gen auf und zogen entſchloſſen vom Leder. Ich dagegen blieb ruhig im Graſe ſitzen und ſagte, ohne mich zu bewegen, zu Demjenigen, welchen ich für den Anführer der Bande hielt, auf Spaniſch:„Dies ſind meine Ge⸗ fangenen, ich bin britiſcher Dragoneroffizier und meine Leute liegen da drüben.“
Dieſe Erklärung ſchien ihnen ſehr unerwartet zu kommen und ſie beriethen ſich jetzt einige Augenblicke. Inzwiſchen ſprengten noch zwei Reiter heran und in ei⸗ nem von dieſen erkannte ich am Koſtüm den wahren An⸗ führer.
„Ich bin Kapitän bei den leichten Dragonern,“ ſagte ich, meine Erklärung wiederholend.
„Morte de Dios,“ entgegnete er,„das iſt nicht wahr, Sie ſind ein Spion“
Dieſes Wort lief von Munde zu Munde und ich ſah an ihren finſtern Blicken und drohenden Mienen, daß für mich ein kritiſcher Augenblick gekommen war.
„Nieder mit Euern Waffen,“ ſchrie er den Franzo⸗ ſen zu:„gebt Euch gefangen; ich ſage es nicht zum zweiten Mal.“.
Die Franzoſen ſahen mich fragend an, als woll⸗ ten ſie ſagen, daß ihre ganze Hoffnung jetzt auf mir allein beruhe.
„Thun Sie nach ſeinem Befehle ſagte ich, ſprang dann auf die Beine und that einen lauten ſchrillenden Pfiff. Kaum war das letzte Echo in der Ferne verklun⸗


