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ſo denket, das Schickſal habe eigentlich einen noch här⸗ tern Schlag für Euch in Bereitſchaft gehabt.“
Ich konnte nicht umhin, über die Philoſophie des Franzoſen zu lächeln, welcher dies für ein gutes Vor⸗ zeichen hielt und fröhlich ſagte:„Alſo wollen Sie uns nicht gefangen nehmen, nicht wahr?“
„Gefangen?“ ſprach der andere;„nichts da, kom⸗ men Sie und ſoupiren Sie mit uns; unſere Vorraths⸗ kammer iſt gewiß ſo gut beſtellt wie die Ihrige. Jeden⸗ falls ſind eine Omelette, ein kaltes Hühnchen und ein Shes Champagner in unſern Umſtänden nicht zu ver⸗ achten.“
Ich mußte laut auflachen über die Seltſamkeit
dieſes Vorſchlages.„Leider,“ ſagte ich dann,„werde ich
Ihre Einladung nicht wohl annehmen können; Sie ſcheinen zu vergeſſen, daß ich hier bin, um Sie zu bewachen, nicht um mit Ihnen zu ſchmauſen.“
„A la bonne heure,“ rief der Jüngere von Ihnen, „thun Sie Beides; kommen Sie, soyez bon camarade; Sie ſind ja immer in der Nähe Ihrer Leute, haben alſo keinen Grund unſere Bitte zu verweigern.“
Je entſchiedener ich ablehnte, um ſo eindringlicher wurden ſie, und endlich begann ich zu fürchten, ſie möchten meine Weigerung als einen Zweifel an der Ehrlichkeit ihrer Einladung auslegen; ich war daher in der peinlichſten Verlegenheit, als einer von ihnen geradezu ſagte:
„Mais, pourquoi pas, mon cher?“
Ich ſtammelte Etwas von Pflicht und Diseiplin, nun aber unterbrachen ſie mich beide mit einem lauten Gelächter.
„Kommen Sie, kommen Sie! In einer Stunde — einer halben Stunde, wenn Sie wollen, können Sie wieder bei Ihren Leuten ſeyn. Wir haben in der letzten Zeit oft genug mit einander gefochten, und es wird uns auch künftig nicht an Gelegenheit dazu mangeln. Im Lever, O'Malley. IV. 2


