Teil eines Werkes 
14. bis 18. Bändchen (Schluß) (1846)
Entstehung
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Ganzen, und einer von uns mit einem tiefen Säbel⸗ hieb in der Schulter. Wenn Sie die Uebermacht auf Ihrer Seite haben, ſo werden wir uns wohl gefangen geben müſſen; wo nicht

Was er weiter ſagen wollte, weiß ich nicht, denn in dieſem Augenblick kam ſein Kamerad, der endlich alle Geduld verloren hatte, ſchnell auf uns zu.

Gefangen! rief er, indem er die eine Hand ſchwer auf meine Schulter legte, mit der andern die Spitze ſeines Säbels mir auf die Bruſt hielt.

Im Nu riß ich eine Piſtole heraus, drückte damit ſachte ſeine Waffe weg und ſprach kaltblütig

Nicht ſo hitzig, mein Freund, nicht ſo hitzig! das Spiel iſt in meinen Händen, nicht in den Ihrigen; ich brauche blos loszudrücken und Sie ſind von meinen Dragonern umringt. Was dann auch mein Schickſal ſeyn mag, das Ihrige iſt gewiß.

Ein halb verächtliches Lächeln verrieth die Ungläu⸗

bigkeit meines Gegners, während der andere, um der Verlegenheit ein Ende zu machen, ſchnell einſiel mit den Worten:

Er hat Recht, Auguſt, und Sie haben Unrecht; wir ſind in ſeiner Gewalt, das heißt, fügte er lächelnd hinzu,wenn er es für glorreich hält, arme Teufel, wie wir ſind, gefangen zu nehmen.

Die Geſichtszüge des Angeredeten verloren plötzlich ihren verächtlichen Ausdruck; mit einer beinahe melo⸗ dramatiſchen Feierlichkeit ſteckte er ſein Schwert in die Scheide, drehte dann ernſthaft ſeinen Schnurrbart, und nach einer Pauſe von etlichen Minuten ſtieß er einen Fluch über ſein Schickſal aus.

C'est toujours ainsi, ſprach er mit einer Bit⸗ terkeit, die nur einem Franzoſen möglich iſt, wenn er mit dem Geſchicke hadert.Soyez bon enkant, und erwartet dann, was da kommt, thut Euere Pflicht und Schuldigkeit, und habt Ihr dennoch am Ende Unglück,