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ters und dem fröhlichen Sonnenſchein in unſeren Herzen! Der Einklang der Außenwelt mit unſern Gedanken iſt eine der reichſten, reinſten Quellen des Glückes. Unſere Hoffnungen und Beſtrebungen verlieren ihren ſelbſtſüch⸗ tigen Charakter, wenn wir ſehen, daß das Glück Alles ringsumher wohlwollend anlächelt, und die Freundlich⸗ keir, die uns aus den leuchtenden Sternen und dem blauen Himmel, aus der hohen Bergſpitze und dem niedrigen Blumenſtrauch entgegenblickt, iſt anſprechender in ihrer ſtummen Beredtſamkeit als Alles, was eine menſchliche Zunge zu ſagen vermag..
Dieſes angenehme Gefühl wurde mir heute in vollem Maße zu Theil, als ich den günſtigen Aufſchwung mei⸗ ner Verhältniſſe überſchaute, und ein geheimer Inſtinkt ſagte mir, daß noch glückliche Tage meiner warten. Meine Gedanken ſchweiften jetzt nach der Heimat hin⸗ über, und ich mußte mir geſtehen, daß alle meine Er⸗ folge nur einen höchſt untergeordneten Werth für mich
haben würden, wenn ich auf die Freude verzichten ſollte, denjenigen, die mich liebten, von meinen Erlebniſſen zu erzählen.
Ich beſchloß jetzt an meinen Oheim zu ſchreiben. Es verlangte mich, ihm alle Einzelheiten meiner Lauf⸗ bahn mitzutheilen, und mein Herz glühte bei dem Ge⸗ danken an die kurzen abgebrochenen Sätze, womit jeder von unſern Bauern die Nachricht über mein Glück auf⸗ nehmen würde, denn ich wußte, daß die geringfügigen Thaten eines Mannes, den ſie kannten, ihre Herzen mit weit größerem Stolze erfüllten, als die glänzendſten Triumphe des Nationalruhmes.
Mickey beſtärkte mich in dieſem Gedanken. Nach⸗ dem er einige Zeit ſchweigend neben mir geritten, be⸗ merkte er—
„Und wird nicht Vater Ruſßh ſehr ſtolz ſeyn, wenn er Ew. Gnaden als Kapitän ſieht— wenn er ſich denkt, daß der kleine Bube, den er auf ſeinem alten Schimmel vor ſich ſetzte, jetzt ein wirklicher Kapitän von ſechs Fuß


