Teil eines Werkes 
14. bis 18. Bändchen (Schluß) (1846)
Entstehung
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Wann ſoll ich aufbrechen, Sir?

Sogleich, war die Antwort.

Da ich wußte, wie ſehr dem kühnen Veteranen rüſtige Munterkeit geſiel, ſo beſchloß ich ihm Freude zu machen und ſtand, ehe eine halbe Stunde verging, mit meiner Schwadron fir und fertig da, um ſeine letzten

Befehle zu empfangen.

.Bravo, mein Junge, ſagte er, in die Thüre der Hütte tretend,Sie haben keine Zeit verloren. Ich brauche Ihnen keine weitern Befehle zu geben: meine einzige Abſicht iſt, die muthmaßliche Bewegung des Feindes ſo ſicher als möglich zu erkunden Bei dieſen Worten winkte er mit der Hand, wünſchte mir gute Ver⸗ richtung und ging langſam in's Haus zurück.

Ich ſah, daß er mit andern Gedanken beſchäftigt war, und obſchon es mir lieb geweſen wäre, genauere Unterweiſungen zu erhalten, ſo kannte ich doch ſeinen Widerwillen gegen vieles Fragen, erwiederte daher ein⸗ fach ſeinen Gruß und ritt davon.

Es war ein ſchöner Morgen. Die Sonne ſtand ſeit einer Stunde am Himmel und die Erde, erfriſcht vom Thau der Nacht, prangte in üppigduftender Fülle, der Fluß zu unſerer Seite war klar wie Kriſtall, und unter ſeinen gekräuſelten Wellen ſchimmerte das blanke Kieſel⸗ bett hervor, während auf der Oberfläche die Waſſerlilien bald ſchwammen, bald unterſanken. Hohe Korkeichen warfen ihre Schatten auf uns, und prächtig befiederte Vögel hüpften von Zweig zu Zweig, die Echos mit ihrem Geſange erweckend.

Es iſt ſelten, daß des Menſchen Herz mit den Na⸗ turſzenen ringsumher übereinſtimmt. Wie oft müſſen wir uns nicht zwingen, an der üppigen ſchönen Landſchaft, die friſch und freundlich vor uns liegt, einige Freude zu empfinden! Wie oft blickt der blaue lachende Him⸗ mel auf ein verdüſtertes, von Kummer getrübtes Herz herab! Wie manchmal haben wir aber auch den Unter⸗ ſchied empfunden zwiſchen dem finſtern Antlitz des Win⸗