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Kaum hatte ich eine halbe Stunde geſchlafen, als Trompetengeſchmetter mich wieder erweckte, und inmit⸗ ten der Verwirrung und Aufregung ringsumher ſah ich ein, daß etwas Wichtiges vorgegangen ſeyn mußte. Man fragte ſich eifrig auf allen Seiten, aber Niemand ver⸗ mochte Auskunft zu geben. Nach der Stadt hin war Alles todtenſtill, aber aus dem Thale neben dem Aguade erſcholl ein unregelmäßiges Musketenfeuer.„Was mag es ſeyn, was kann es bedeuten?“ fragten wir ein⸗ ander. Ein Ausfall der Garniſon,“ meinte einer; „ein nächtlicher Ueberfall von Seiten Maſſena's,“ rief ein anderer; aber während wir noch ſo disputirten, hörten wir einen Reiter heranſprengen.
„Wo iſt die Reiterei?“ rief eine Stimme, an der ich ſogleich einen meiner Mitadjutanten erkannte,„wo iſt das Vierzehnte?“
Ein Jubelgeſchrei von unſerer Seite antwortete auf dieſe Frage und im nächſten Augenblick ritt er athemlos und aufgeregt in unſere Mitte.
„Was gibt es? Sind wir angegriffen?“
„Wollte Gott, wir wärens; aber kommt, Kinder, folgt mir.“
„Was mag es ſeyn?“ fragte ich von Neuem und meine Ungeduld kannte keine Grenzen.
„Brennier iſt entwiſcht. Er hat Packs Diviſton durchbrochen und bereits Valde Mula erreicht.“
„Die Franzoſen ſind entwiſcht,“ ging es von Mund zu Mund; mit derben Sporenſtößen ſetzten wir unſere Pferde in Galopp und ſausten nach der Richtung des Musketenfeuers dahin. Bald ſtießen wir auf das 36te Infanterieregiment, das die Torniſter weggeworfen hatte und in möglichſter Eile dem Feind nachſetzte. Ein zor⸗ niges Fluchen von allen Seiten her bewies, wie ſchmerz⸗ lich dies Mißgeſchick empfunden wurde und wie ſehnlich ſich alle beſtrebten, es wieder gut zu machen.
Trotz der nächtlichen Finſterniß jagten wir im Ga⸗
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