Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

313 beobachten, und als ich einen Ingenieurkapitaͤn von mei⸗ ner Bekanntſchaft in der Nähe erblickte, konnte ich mirs nicht verſagen, ihm zuzurufen:

Heda, Hachard, Ihr Freund auf dem Braunen dort muß geſtern einen bequemern Tag gehabt haben, als Unſereiner, ſonſt wäre er gewiß heute früh nicht ſo munter.

Hachard hing verlegen den Kopf und antwortete Nichts. Ich aber blickte jetzt genauer um mich, und wer beſchreibt mein Entſetzen, als ich mich überzeugte, daß der Mann, über den ich mir ein ſo leichtfertiges Urtheil erlaubt hatte, Niemand anders war, als Wel⸗ lington ſelbſt. Ich hatte an einem einzigen Blicke genug und ſauste jetzt über Hals und Kopf, über Stein und Stock wie wahnſinnig den Hohlweg hinab. Wäre eine franzöſiſche Schwadron mir auf den Ferſen geweſen, ich hätte gewiß mehr Muth gezeigt, obſchon ich jetzt keine Verfolgung zu befuͤrchten hatte. Es war mir, als ſchieße ſein glühendes Auge Pfeile auf mich und ſein ſtrenger Blick ſtarrte mir aus Allem, was ich ſah, ent⸗ gegen.

Die Waghalſigkeit meines Rittes tröſtete mich eini⸗ germaßen, denn ich hoffte zu Gott, ich werde doch einen Arm oder ein Bein brechen und auf dieſe Weiſe der Ahndung für mein naſeweiſes Benehmen entgehen. Erſt in Villa Formoſa zog ich den Zügel an und hielt ſchnell bei einem kleinen Hauſe, das ich, weil zwei Schild⸗ wachen davor ſtanden, als das Quartier des Generals erkannte. Als ich herankam, ſprang plötzlich das nie⸗ drige Fenſter auf, und eine halb angezogene, aber mehr als halb ſchlaftrunkene Figur ſtreckte den Kopf her⸗ aus:

Nun, was gibt's? ſchlimme Nachrichten? rief

der Mann, den ich ſogleich als General Crawford er⸗

kannte.. Nein, nein, Sir, ſtammelte ich in ſichtlicher