Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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luft hinaus. Weit hinweg in der Ebene brannten die Wachtfeuer der Franzoſen, und ich konnte von Zeit zu Zeit ſehen, wie ſie in kleinen Gruppen mühſam ihre Verwundeten ſuchten. In dieſem Augenblick ſchlug es auf der Kloſteruhr elf; ein munteres Goockenſpiel er⸗ tönte und wurde von den Echos weiter getragen, bis es ſich in der Ferne verlor. Ach, wo waren die Menſchen, deren Herzen ſich ſonſt an dieſen heitern Klängen erfreut, die darin in ihrer Kindheit ein Ergötzen, in ihrem Alter eine Anregung zu frommer Stimmung gefunden hatten! die zerfallenen Mauern, die eingeſtürzten Dächer, die Verwüſtung rings umher, Alles verkündete nur zu deut⸗ lich, daß ſie auf immer Abſchied davon genommen. Die rauchende Aſche, der zerriſſene Fahrweg deutete auf wüthenden Kampf, und als ich weiter ging, konnte ich ſehen, daß jeder Garten, wo die Kirſchen und Aepfel⸗ blüthen noch immer die Luft durchdufteten, jetzt ſeine Gräber hatte.

„Halt,“ rief mir eine rauhe Stimme entgegen. „Sie dürfen hier nicht paſſtren— es iſt das Quartier des Obergenerals.“

Ich ſchaute auf und bemerkte eine kleine, aber hübſche Hütte, die weniger gelitten zu haben ſchien, als die andern ringsumher. Lichter glänzten überall von den Fenſtern her, und ich konnte ſogar von Zeit zu Zeit bemerken, wie eine in einen Mantel gehüllte Geſtalt im Zimmer auf und abging, während eine an⸗ dere an einem Tiſche ſaß und mit Schreiben beſchäftigt war. Ich lenkte in eine Nebengaſſe ein, die auf den kleinen Hauptplatz des Dorfes führte, und hier tönte mir das Gemurmel und Geräuſche einer bivouakirenden Gruppe entgegen. Ich fragte nach den Ereigniſſen des Tags und nun ſagte man mir, die Franzoſen haben in Maſſe einen furchtbaren Angriff auf das Dorf gemacht und ſeyen beim erſten Anlauf glücklich geweſen; ſpäter aber ſeyen das 7 1ſte und 79ſte von den Höhen herabmar⸗ ſchirt, haben den Feind wieder hinaus getrieben und