Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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Häuschen; der Oliven⸗ und Lorbeerbaum warfen ihre Schatten über den kleinen Bach, welcher das Dorf durchſchnitt. Die Häuſer waren nicht regelmäßig gebaut, ſondern ſtanden wie die Laune des jeweiligen Bauherrn gewünſcht hatte, mitten in kleinen Gärten. Die Uneben⸗ heit des Bodens verlieh ſelbſt der niedrigſten Hütte ein romantiſches Anſehen, und oben auf einer ſteilen Anhöhe ſchauten ein altes Kloſter und eine verfallene Kapelle ni freundficher Theilnahme auf den friedſamen Weiler herab.

Bis jetzt war dieſer herrliche Ort allen Verwüſtun⸗ gen des Kriegs entgangen. Unſere leichte Diviſion hatte ihn Monatelang beſetzt gehalten und jede Familie lebte bei unſern Offtzieren in dankbarem Andenken, denn gar mancher Verwundete hatte in der liebevollen Pflege dieſer armen Landleute den Troſt gefunden, der einem Kranken⸗ lager fern von der Heimat ſo äußerſt ſelten zu Theil wird. Mit beklommenem Herzen ſpornte ich mein Pferd an, als die Nacht hereinbrach. Die Artillerie hatte ſich den ganzen Tag über deutlich vernehmen laſſen, und während ich vor Begierde brannte den Ausgang zu er⸗ fahren, lag mir auch das Schickſal des kleinen Dorfes, welches mir durch die Erzählung von manchen Liebes⸗ dienſten, deren ſich Kameraden dort zu erfreuen gehabt, theuer geworden war, nicht minder am Herzen. Der Mond ſchien hell, als ich die Vorpoſten paſſirte, und mein Pferd am Zügel führend ſtieg ich den ſteilen Weg ins Dorf hinab. Die Laternen bewegten ſich raſch hin und her; der abgemeſſene Tritt der Infanterie— das ominöſe Getöne, welches ſo betäubend auf's Herz fällt — verkündete mir, daß ſie die Todten begruben. Die Luft war ruhig und lautlos, kein einziger Ton ließ ſich vernehmen, außer dem Tritt der Soldaten und den rauhen Stößen der Schaufeln. Von ſchmerzlicher Wehmuth er⸗ griffen lehnte ich mich an einen Baum; eine in ſeinen Zweigen verborgene Nachtigall ſang ihre klagenden Me⸗ lodien, die traurig wie Todtenlieder tönten, in die Nacht⸗