Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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gnügungen und Ergötzlichkeiten Theil zu nehmen; das fröhliche, gedankenloſe Weſen O'Shaughneſſy's, die unbe⸗ kümmerte Luſtigkeit der andern Ofſtziere that meinen Nerven weh und erregte bei mir eine kranke Reizbar⸗ keit; auf einſamen Spazierritten und unbeſuchten Wegen hoffte ich meinen Seelenfrieden, meine ruhige Ueberle⸗ gung und meine feſten Vorſätze für die Zukunft wieder zu finden.

Tiefer Kummer hat etwas Prophetiſches. In Zeiten, wo das Herz von Gram gebeugt und der Geiſt durch Lei⸗ den um ſeine Ruhe gebracht iſt, ſcheint der Schleier, welcher die Zukunft bedeckt, ſich wegzuſchieben, und ein Blick, kurz und flüchtig, wie das Leuchten des Blitzes, iſt uns in das düſtere Thal geſtattet, das vor uns liegt.

Auch kommt ein Unglück ſelten allein— das wunde Herz darf nicht von einem Kummer geneſen, bevor ein zweiter nachgefolgt iſt, und dieſe Vorausſicht kommen⸗ den Uebels gehört vielleicht zu den peinigendſten Seelen⸗ ſchmerzen— die immer wachende Befürchtung, die ſtets wieder emportauchende Frage: Was wird nun kommen? iſt ein nagender Wurm, der nie ſchläft.

Aus einer ſolchen Stimmung konnte ich mich noch mehrere Tage, nachdem ich meinen Dienſt wieder ange⸗ treten hatte, nicht emporarbeiten— ein krankhaftes Vor⸗ gefühl irgend einer drohenden Gefahr war mein letzter Gedanke bei Nacht und mein erſter beim Erwachen. Seit meiner Ankunft auf der Halbinſel hatte ich keine Nachrichten von Hauſe erhalten: tauſend vage Vorſtel⸗ lungen von irgend einem lauernden Unglück ließen mir keine Ruhe. Mein armer Oheim kam mir nie aus dem Sinn. War er geſund— war er vergnügt? War er, wie er immer wünſchte, von den Freunden umgeben, die er liebte— von den alten vertrauten Geſichtern um den gaſtlichen Herd herum, den ſeine Güte und Gemüthlichkeit für mich geheiligt hatte? O könnte ich nur ſein männliches Lächeln ſehen, oder ſeine Stimme hören! könnte ich nur ſeine Hand auf meinem Kopfe