Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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Dreiundſechzigſtes Kapitel. Nachrichten aus Galway.

Von den Ereigniſſen, die auf dieſen ſchrecklichen Augenblick folgten, habe ich nur eine dunkle, höchſt unvollſtändige Erinnerung; denn einige Tage hindurch waren meine Geiſteskräfte abgeſtumpft, ja wie gelähmt, und meine Gedanken klammerten ſich an den Einzel⸗ heiten, an dem Wieſengrund, an den Perſonen, die zu⸗ gegen geweſen, an den Bergpfad und vor Allem an dem halb erſtickten Schrei aus dem brechenden Herzen meines Gegners mit einer Zähigkeit feſt, die an Wahnwitz grenzte.

Ein Kriegsgericht wurde niedergeſetzt, um den Vor⸗ fall zu unterſuchen, und obſchon man mir nachher ſagte,

daß mein Benehmen ruhig, meine Antworten feſt und geſammelt geweſen, ſo erinnere ich mich doch an nichts mehr, was damit zuſammenhängt.

Aus zarter Schonung gegen die Freunde des Ge⸗ ſtorbenen wurde die Unterſuchung ſo kurz und geheim als möglich abgemacht. Beaufort bewies die Thatſachen, die mich von aller Schuld entlaſteten, und noch am ſelben Tage ſprach das Gericht das Urtheil: Der Lieu⸗ tenant O'Malley ſey der gegen ihn vorgebrachten Ver⸗ gehungen nicht ſchuldig, konne alſo ſeiner Haft entlaſſen werden und zu ſeinem Regimente zurückkehren.

Unendlich freundlich und rückſichtsvoll bewieſen ſich meine Kameraden; es wurden hundert kleine Pläne und Anſchläge zu meiner Zerſtreuung ausgeführt, und ich blicke auf dieſe melancholiſche, durch das traurigſte Ereigniß meines Lebens bezeichnete Periode nicht ohne innere Freude zurück, denn ich habe in ihr mehr Be⸗ weiſe freundlicher Kameradſchaftlichkeit erhalten, als ſelbſt in meinen glücklichſten Tagen.

So tief ich indeß dieſe Güte empfand, ſo war ich immer noch gänzlich unfähig an ihren täglichen Ver⸗