Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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5⁵

gab mir meine Waffe in die Hand und füüſterte leiſe: „Bedenken Sie wohsSie haben nur eine einzige Chance.“

„Sind beide fertig?“ rief Beaufort.

„Ja!“

„Nun dann: eins— zwei—“

Das letzte Wort verhallte im Knall einer Piſtole, die augenblicklich losging. Eine Sekunde lang verſperrte mir der Blitz und der Nauch alle Ausſicht, aber gleich darauf ſah ich Trevyllian auf den Boden hingeſtreckt und ſeinen Freund neben ihm knieen. Mein erſter Ge⸗ danke war, zu ihm hinüber zu eilen, denn alle meine Feindſeligkeit war auf einmal in einer herzlichen Be⸗ kümmerniß über ſein Schickſal aufgegangen; aber als ich vortreten wollte, rief O'Shaughneſſy:„Bleiben Sie ſtehen, Charley, er iſt blos verwundet,“ und im ſelben Augenblick richtete ſich mein Gegner mit Hülfe ſeines Freundes vom Boden auf und ließ ſeine Augen wild umherſchweifen. Dieſen Blick werde ich nie vergeſſen; es lag darin ein geſpanntes, gieriges Suchen, als wollte er die Umriſſe eines Geſpenſtes auffinden, das vor ihm zurückwiche: plötzlich aber ſchien er, nachdem er ſich auf allen Seiten umgeſehen, ruhig zu werden, auf ſeinem Geſicht leuchtete nicht ein Vergnügen, ſondern ein ſata⸗ niſcher Ausdruck rachſüchtigen Triumphes, der ſich auch in ſeiner Stimme kundgab, als er ausrief:„Jetzt iſt die Reihe an mir!“

Ich empfand die volle Kraft dieſer Worte und ſtand ſchweigend da, um meine Todeswunde zu empfangen. Die Pauſe war lang und zweimal noch unterbrach er ſeinen Sekundanten im Kommandowort, indem er mit leidender Geberde ſeine Hand an die Seite drückte und ſich vor Schmerz zu krümmen ſchien, obſchon dies bloße Verſtellung war.

O'Shaughneſſy wollte eben vortreten und ſich ſolche Unterbrechungen verbitten, als Trevyllian mit feſtem Tone rief:„ich bin bereit!“„Eins— zwei—“ und er erhob langſam die Piſtole, ſein finſteres Auge maß