dieſes ſeltſamen verwunderlichen Schauſpieles. Vom frühen Morgen an hatte man Sir Arthur Wellesley erwartet, der alte Cueſta hatte deßhalb ſeine Leute zur
Revue aufgeſtellt und war, obſchon gebeugt von Jahren
und Altersſchwäche, die ganze Zeit über ruhig zu Pferde
geſeſſen.
Da ich dem General nicht vorgeſtellt zu werden brauchte, indem mein Bericht für Sir Arthur ſelbſt beſtimmt war, ſo nahm ich mit Vergnügen die gaſt⸗ freundliche Einladung eines ſpaniſchen Reiteroffiziers an, und nachdem ich für meine müden Thiere geſorgt, ſo⸗ fort in aller Eile ein Mahl eingenommen, begab ich mich hinaus um die Truppen, die trotz der ſpäten Stunde noch immer in ihrer Stellung verharrten, näher zu beſchauen.
Kaum war ich eine halbe Stunde ſo beſchäftigt, als die Stille der Szene plötzlich durch den lauten Knall einer großen Kanone unterbrochen wurde, worauf eine lange Musketenſalve erfolgte und die verſchiedenen Regi⸗ mentsmuſiken zu ſpielen anfiengen. Wie durch Zauber⸗ kraft entzündet brannten jetzt rothe Feuer unter den dunkeln Reihen, und die Kienfakeln, die von Zeit zu Zeit emporgehalten wurden, warfen von Zeit zu Zeit einen gelben Schein auf die grimmigen, ſchwärzlichen Geſichter der Spanier, deren braune Uniformen und herabhängende Hüte in dieſer Beleuchtung einen wahr⸗ haft maleriſchen Anblick gewährten.
Der Kanonendonner wurde immer lauter und kam immer näher; das Schultern der Gewehre, das Klirren der Säbel und das dumpfe Gewirbel der Trommeln ver⸗ mengte ſich zu einem brauſenden Getöſe. Ich ahnte ſo⸗ gleich, daß Sir Arthur gekommen ſey, und als ich die Flanke eines Bataillons umritten, ſah ich wirklich den Stab herannahen.
Man kann ſich nichts Intereſſanteres denken, als ſeine Erſcheinung war. An der Spttze ritt der alte Cueſta ſelbſt im Koſtüm eines vergangenen Jahrhunderts.


