Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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21 leugnen, daß ich auf dieſe Erzählung im höchſten Grade neugierig bin..

Wenn ich nicht irre, lauſcht Jemand an der Thüre: ſtill, hören Sie Nichts?

Nein, wir ſind ganz allein; es iſt noch früh am Abend, und wer weiß, wann wir wieder einmal ein ruhiges Stündchen beiſammen haben? Thun Sie mir den Gefallen und erzählen Sie.

Nun meinetwegen; das Ding iſt, weiß Gott, ſchon bekannt genug geworden, und obſchon bei Weitem nicht ſo viel an der Geſchichte iſt, als Sie zu erwarten ſcheinen, ſo will ich's dennoch erzählen.

Mit dieſen Worten füllte der Major ſein Glas, rückte näher an's Fener nnd begann:

Als die franzöſiſchen Truppen unter Ladorde in Verbindung mit Loiſons Corps nach Alcobaca marſchir⸗ ten, erhielt ich Befehl, ein ſehr werthvolles Geſchenk von Xeres, das der Herzog von Albuquerque der oberſten Junta machte, nicht weniger als zehn Orhoft vom Be⸗ ſten, der jemals in den königlichen Kellern von Madrid geweſen, zu geleiten. 3

Der Wein lag in dem Kloſter San Vincente, und da die Junta den Liebhabereien der Mönche, ſo wie die Bedürfniſſe der Kirche ein wenig kannte, ſo überlegte ſie klüglich, daß er in Liſſabon wohl eben ſo ſicher ſein würde. Demgemäß wurde ich mit einer genügenden Mannſchaft zum Schutze beordert und brach an einem ſchönen Aprilmorgen mit dem koſtbaren Schatze auf.

Ich muß geſtehen, daß ich nicht begreifen konnte, warum das Leben uns ſo viele Verſuchungen in den Weg wirft, außer damit uns das Vergnügen zu Theil werde, ihnen nachzugeben. Ich bin gewiß ein Stoiker, wo Nichts zu haben iſt, aber wittere ich einmal einen wohlgebratenen Schlägel oder ſteigt mir der Duft eines Weingefäßes in die Naſe, ſo richten ſich alle meine Ge⸗ danken den Mitteln zu, Beſitz davon zu ergreifen.

Unſere Straße zog ſich durch Hohlwege und Ge⸗