Sechsundfünfzigſtes Kapitel. Der Abſchied.
Am Morgen des 10. Juli erhielten wir eine De⸗ peſche des Inhalts, daß Sir Arthur Wellesley ſein Hauptquartier in Placentia aufgeſchlagen habe, um in nähere Verbindung mit Cueſta zu treten, der damals in Caſa del Puerto ſtand, und daß ich unverzüglich im ſpaniſchen Hauptquartier erſcheinen und Sir Arthurs Ankunft erwarten ſolle, um meinen Bericht über den Effectivſtand unſers Corps abzuſtatten.
Ich für meine Perſon war der Unthätigkeit meines gegenwärtigen Lebens ſchon längſt herzlich müde, und ſo viel Spaß mir auch die Excentricitäten meines Freun⸗ des, des Majors machten, ſo ſehnte ich mich dennoch von ganzer Seele nach einem andern Wirkungskreiſe. Nicht ſo, Monſoon: die Ausſicht auf thätige Beſchafti⸗
gung und der Gedanke, wieder allein gelaſſen zu werden
— ſein portugieſiſcher Stab gewährte ihm nämlich nicht viel Unterhaltung— drückte ihn ſtark zu Boden, und als die Stunde meiner Abreiſe herannahte, erſchien er niedergeſchlagener, als ich ihn je geſehen hatte.
„Ich werde ſehr verlaſſen ſein ohne Sie, Charley,“ begann er mit einem Seufzer, als wir am letzten Abend neben einem luſtigen Holzfeuer beiſammen ſaßen. Mit dieſen Dons habe ich nicht viel Verkehr, denn meine Portugieſen ſind nicht von der beſten Sorte, ſie kommen erſt ſpät am Abend, und außerdem fürchte ich, erinnern die Schurken ſich der Keresaffaire. Zwei von meinem gegenwärtigen Stabe waren damals bei mir.“
„Iſt dies die Geſchichte, auf welche Power ſo oft anſpielte, des Königs von Spanien Xeres— 2“
„Still, ſtill, Charley, ſeyen Sie vorſichtig; ich mag davon nicht ſprechen, bis wir wieder unter unſern eige⸗ nen Leuten ſind.“
„Ganz wie Sie wollen, Major; aber ich kann nicht


