Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
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258 ſchen dem Vortrab der Franzoſen unter Victor und der lufitaniſchen Legion ein furchtbares Treffen ſtattgefunden; die portugieſiſchen Truppen ſeien gänzlich geſchlagen und aufgelöst, auch haben ſie alle ihre Artillerie und Ba⸗ gage eingebüßt; die Franzoſen dagegen rücken ſchnell vor und werden ſtündlich in Alvas erwartet; deßwegen nun packen die Einwohner, von Furcht ergriffen. all ihr Hab und Gut zuſammen und wollen die Flucht ergreifen.

Dies war nun auf einmal ein höchſt ſchwieriger Punkt für mich. Meine Inſtructionen hatten einen ſol⸗ chen Fall gar nicht vorgeſehen, und es war mir rein unmöglich zu beſtimmen, wie ich mich zu verhalten habe. Meine Leute ſowohl als ihre Pferde waren durch einen vierzehnſtündigen Marſch im höchſten Grade ermüdet und der Ruhe dringend bedürftig. Rings um mich her wurden die Vorbereitungen zur Flucht mit all der Eile betrieben, wozu nur Angſt drängen kann, und auf meine Frage um Unterkommen und Nahrung antwortete man mir mit Androhungen des furchtbarſten Schickſals, das meiner warte, im Fall ich bliebe, und mit übertriebenen Erzählungen von franzöſiſcher Grauſamkeit.

Mitten in all dieſem Wirrwarr begann ein furchtba⸗ rer Regen, der mich vollends beſtimmte, meine Leute je⸗ denfalls unter Dach und Fach zu bringen und für Fou⸗ rage zu ſorgen. 1

Als wir uns langſam durch die verſperrten Stra⸗ ßen weiter drängten und rechts wie links nach einem Wirthshauſe umſchauten, erhob ſich vor uns ein furcht⸗ bares Geſchrei, und das angſtvolle Gedränge der Ein⸗ wohner ließ uns vermuthen, daß die Franzoſen in der Nähe ſeyen. Einige Minuten lang war das Getöſe und der Wirrwar entſetzlich; das Geſtampfe von Pferde⸗ hufen, das Geſchmetter von Trompeten, daß Gekreiſche der Menge, Alles vereinigte ſich zu einem grauenhaften Conzert.

Ich ließ meine Lente eine geſchloſſene Colonne bil⸗ den und war entſchloſſen, mich wo möglich durch die an⸗