Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
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Thut Nichts: ich bin immer erfreut Ew. Maje⸗ ſtät dienen zu können. Aber wenn dieſer feine Geſell da mir nicht geſagt hätte, daß Sie mich zum Eſſen ein⸗ laden wollen,

Ha! ſagte er das? Wirklich? rief Napoleon und warf mir einen Blick zu, wie eine wilde Beſtie.Ja Truguet, ich wollte das: Sie ſollen mit mir diniren. Sie aber, junger Menſch, fügte er flüſternd hinzu, indem er dicht zu mir herantrat,wie konnten Sie ſich unterſtehen ſo zu ſprechen? Rufen Sie die Wache herein. Kapitän, führen Sie dieſen Burſchen in Arreſt; erſt in Ungnade und nicht länger Page im Palaſt. Aus mei⸗ nen Augen! Fort Burſche!

Das Zimmer drehte ſich mit mir um und um, meine Beine zitterten, meine Sinne ſchwanden und ich ſah Nichts mehr..

Drei Wochen bei Waſſer und Brod in St. Pelagie brachten mich indeß wieder zur Beſinnung, und endlich wirkte mir meine gütige, meine mehr als gütige Freun⸗ din, die Kaiſerin, Gnade aus und ſandte mich nach Saint Clond, bis der Kaiſer Alles vergeſſen haben würde. Wie ich es einzurichten wußte, um ſeine Er⸗ innerung an mich wieder außzufriſchen, wiſſen Sie ſchon, und Sie werden geſtehen müſſen, daß ich in meinen Zu⸗ ſammenkünften mit Napoleon nicht allzuglücklich war.

Ich ſehe wohl ein, wie unendlich viel St. Croir's Geſchichte durch meine Darſtellung verliert. Die naiven Ausdrucke, die Grazie der Erzählung, die ihren Haupt⸗ reiz bildeten, vermag ich leider weder zu überſetzen noch wiederzugeben, ebenſo wenig, als ich das ſeltſame Ge⸗ miſch von tiefem Gefühl und ſorgloſer Leichtfertigkeit, von Verſchmitztheit und Einfachheit veranſchaulichen kann, wodurch mich mein Freund mehr als einmal überraſchte.

Er erzählte mir auf unſerem weitern Marſch noch manche Anekdote aus ſeinem Hofleben, und endlich am Abend des dritten Tages benachrichtigte uns ein Bauer,

daß eine Abtheilung franzöſiſcher Reiterei das Kloſter