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„Nein, ich habe ſie zu Hauſe gelaſſen; es behagt uns nicht ſonderlich hier: überdies haben wir andere Dinge zu thun, als unter Euch vornehmem Volke da Zeit und Geld zu verzetteln.“
„Es muß auch kein ſchlechtes Leben ſeyn,“ agte ich,„Stockſiſche und Häringe zu fangen und von Zeit zu Zeit ein geſcheitertes Schiff auszuleeren.“
„Bei dieſen Worten ſtarrte er mich an, wie ein auf dem Sprunge begriffener Tiger, ſagte aber kein Wort.
„Und wie viele junge Seewölfe haben Sie daheim in Ihrer Höhle?“
„Sechs, und alle ſind im Stand Sie mit einer Hand und ausgeſtrecktem Arme zu tragen.“
„Daran zweifle ich nicht und habe wahrhaftig keine Luſt ihre Geſchicklichkeit auf die Probe zu ſtellen. Aber wie finden Sie die Hauptſtadt?“
„Schlecht, und ich will Ihnen ſagen warum“—
Als er dies ſagte, öffnete ſich die Thüre des Au⸗ dienzſaales und der Kaiſer erſchien. Seine Augen fun⸗ kelten Feuer, als er haſtig im Zimmer umherſah.
„Wer hat den Dienſt hier?“
„Ich, Ew. Majeſtät,“ ſagte ich, mich tief verbeu⸗ gend und von meinem Sitze aufſpringend.
„Und wo iſt der Admiral Truguet? warum iſt er nicht vorgelaſſen worden?“
„Er iſt nicht anweſend, Ew. Majeſtät,“ ſagte ich, zitternd vor Furcht.
„Halt da, junger Menſch, nur ſachte,“ rief mein Fiſchersmann,„da iſt er.“
„Ah, mein lieber Truguet,“ rief der Kaiſer, ſeine beiden Hände auf die Schultern des alten Kerls legend. „Wie lange haben Sie warten müſſen?“
„Dritthalb Stunden,“ ſagte er und zog zum Be⸗ weiſe eine Uhr von der Größe einer Untertaſſe hervor.
„Was! dritthalb Stunden und ich erfahre Nichts davon!“ 4


