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ihr geſehen— daß es ein Porträt der Kaiſerin Joſephine
war. Der arme Junge! Ohne Zweifel war er ein Lieb⸗ ling bei Hof geweſen und ſein ganzes Aeußere ſchien darauf hinzudeuten. Ich ſteckte das fkoſtbare Medaillon an ſeinen Ort zurück und wandte mich weg, um zu überlegen, was ich für ihn thun könnte. Da ich die Rachſucht der Portugieſen gegen ihre Unterdrücker kannte, ſo ſcheute ich mich, Pietro, unſern Führer, in mein Vertrauen zu ziehen. Dagegen rief ich meinen Mickey zu Hülfe, der mit der ganzen Schlauheit ſeines Landes ſogleich ein Mittel ausfindig machte. Wir beſchloſſen nämlich Pietro zu ſagen, der Gefangrne ſey ein engliſcher Offizier und aus der franzöſiſchen Armee, wo er gezwun⸗ gen einige Zeit lang gedient habe, entflohen.
Dieſer Plan gelang vollkommen, und als St. Croir auf einem meiner Pferde neben mir herritt, war Nie⸗ mand gefälliger und aufmerkſamer als der finſtere Por⸗ tugieſe, deſſen Franzoſenhaß allen Glauben überſtieg. Indem ich ihm auf dieſe Art durch Portugal ſicheres Geleit verſchaffte, wußte ich, daß er von der Grenze aus leicht zu einem Theil von Marſchall Victors Trup⸗ pen gelangen konnte, deren Vortrab am linken Ufer des Tajo lag.
Für mich war ſeine Geſellſchaft die größte Wohl⸗ that; der fröhliche, überſprudelnde Geiſt, den keine Laune des Schickſals, keine Widerwärtigkeit zu beugen ver⸗ mochte, erheiterte mir manche Stunde der Reiſe, und obſchon er von Zeit zu Zeit in Gasconnaden verfiel, ſo lag doch in Allem, was er ſagte, ein ſolch gutmüthiger Spott, daß man ihm unmöglich böſe werden konnte. Auch ſein unerſchütterlicher Glaube an die Unüberwind⸗ lichkeit des Kaiſers beluſtigte mich. Von dem unbe⸗ grenzten Vertrauen, das die Nation im Allgemeinen und die Armee insbeſondere auf Napoleon ſetzte, hatte i bis dahin keinen Begriff gehabt. Nicht ſeine tiefe Ein⸗ ſicht und ſeine unerſchöpfliche Erfindſamkeit als General war es, worauf ſie bauten; nein, ſie betrachteten ihn


