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„Sie ſind Dragoner ohne Zweifel?“ fragte ich, um dem Geſpräch eine andere Wendung zu geben.
„Ich war vor zwei Tagen Jäger zu Pferd und Un⸗ terlieutenant im Regiment meines Vaters, des Gene⸗ rals St. Croix.“
„Der Name iſt mir wohl bekannt,“ antwortete ich, und ich freue mich ungemein, in einer Lage zu ſeyn, wo ich dem Sohne eines ſo ausgezeichneten Offtziers einen Dienſt leiſten kann.“
„Der Sohn eines ſo ausgezeichneten Offtziers iſt Ihnen auf's Tiefſte verbunden, wünſchte aber, er hätte niemals unter ſo vortrefflichen Auſpicien Ruhm geſucht. Sie ſehen mich mit Erſtauuen an, mon cher, aber ich will's Ihnen nur geſtehen, daß mein militäriſcher Eifer ſich in den letzten drei Tagen gewaltig abgekühlt hat. Hunger, Durſt, Gefangenſchaft und dies da— er hob ſeinen verwundeten Arm in wenig ein die Höhe— ſind ſcharfe Lectionen in einem ſo kurzen Feldzug, zumal für einen Menſchen, deſſen bisheriges Leben weit mehr Luſtbar⸗ keiten als Strapatzen aufzuweiſen hatte. Soll ich er⸗ zählen, wie ich Soldat geworden bin?“
„O freilich; aber geben Sie mir zuvor Ihr Glas: ich lege jetzt noch ein friſches Scheit in's Feuer und dann bin ich ganz Ohr.“
„Halt, bevor ich anfange, ſehen Sie hier nach.“
Das Blut floß ſchnell aus ſeiner Wunde, und nur mit Mühe gelang mir's, es zu ſtillen. Er trank haſtig ſeinen Wein aus, hielt ſein Glas hin, und begann ſofort:— 3
„Si haben den Kaiſer nie geſehen?“
„Nie.“
„Sacre bleu, das iſt ein Mann! ich will lieber unter dem Feuer Ihrer Grenadiere ſtehen, als ſeinen Blicken begegnen. Wenn er im Zorn iſt, ſagt er zwar nicht viel, aber was er ſagt, kommt mit einem gewiſſen ziſchen⸗ den, rauſchenden Tone hervor, während das Feuer in
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