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das Land durchſtreifen; ſo folgte ich Ihnen den ganzen Tag und bin eben erſt angefommen.“
Der arme Burſche hatte ſeit geſtern früh Nichts gegeſſen und getrunken, war verwundet geworden und hatte ſich in einem zwölfſtündigen Marſch die Füße auf⸗ gelaufen, um jetzt von Neuem in die Hände ſeiner Feinde zu fallen. Er mochte kaum neunzehn Jahre zählen; ſein Geſicht war ungemein einnehmend, und obſchon blutend und zerriſſen, in zerfetzter Uniform und ohne Kopfbe⸗ deckung, ſah man ihm doch auf der Stelle an, daß er von edlem Blute war. Geräuſchlos und vorſichtig machte ich ihm Platz am Feuer, während ich die ſpär⸗ lichen Ueberreſte meines Abendeſſens vor ihm ausbreitete und meine einzige Flaſche Teres mit ihm theilte.
Von dem Augenblick an, da er geſprochen hatte, gab ich jeden Gedanken auf, ihn zum Gefangenen zu machen; da ich aber nicht wußte, in wie fern ich durch Geſtattung oder wirkliche Beförderung ſeiner Flucht meine Dienſtpflicht verletzte, ſo beſchloß ich, ſeine Anwe⸗ ſenheit geheim zu halten und ihn wo möglich noch vor Tagesanbruch weiter zu ſchaffen.
Kaum hatte ich ihm dieſen meinen Entſchluß mit⸗ getheilt, als ſogleich alle Erinnerung an ſein bisheriges Mißgeſchick, aller Gedanke an ſeine gegenwärtige troſt⸗ loſige Lage von ihm zu weichen ſchien, und während ich ſeine Wunde unterſuchte und ſeinen zerſchmetterten Arm verband, ſchwatzte er ſo unbekümmert über Vergangenheit und Zufunft, als ſäße er am Feuer ſeines eigenen Bi⸗ vonaks, umgeben von ſeinen eigenen Kameraden.
„Sie haben uns neulich überraſcht,“ ſagte er; „unſer Marſchall erwartete den Angriff von der Mün⸗ dung des Fluſſes her: wir hatten Nachricht erhalten, daß Ihre Schiffe dort einfahren würden. Jedenfalls war unſer Rückzug wohlgeordnet und muß ohne bedeu⸗ tenden Verluſt ausgeführt worden ſeyn.“
Ich lächelte über die Selbſtgefälligkeit dieſer Anſicht,
widerſprach ihm aber nicht,


