Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
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ruhig, als daß ich es dem Winde zuſchreiben konnte und ich lauſchte daher einige Minuten; aber der allzulang verhaltene Schlaf forderte ſeine Rechte, mein Kopf ſank auf ſein grünes Kiſſen zurück und bald ſchlummerte ich tief. Wie lang ich ſo gelegen haben mochte, weiß ich nicht, aber ich erwachte plötzlich. Es dauchte mick, als habe Jemand mich heftig an der Schulter geſchüttelt, aber Alles war ruhig; meine Leute ſchliefen feſt, wie ich ſie zuletzt geſehen hatte, die Feuer waren herab⸗ gebrannt und ein grauer Streif am Himmel, ſo wie ein ſcharfer Luftzug verkündeten die Annaͤherung des Tages. Noch einmal legte ich einige dürre Zweige in mein Feuer und wollte mich eben wieder zur Ruhe niederſtrecken, als ich eine Hand an meiner Schulter verſpürte. Ich drehte mich raſch um und ſah bei'm ſchwachen Licht des Feuers einen Mann bewegungslos neben mir ſtehen; ſein Haupt war unbedeckt und ſeine Haare fielen in langen Locken über ſeine Schultern; die eine Hand hatte er an ſeine Bruſt gedrückt, mit der andern winkte er mir, ich moͤchte ſchweigen. Im erſten Augenblicke meinte ich, wir ſeyen von einer franzöſiſchen Streifwache über⸗ fallen, aber als ich näher zuſah, erkannte ich zu meinem Erſtaunen den jungen franzöſiſchen Offizier, den ich Tags zuvor als Gefangenen am Duero geſehen hatte.

„Wie kommen Sie hierher,“ fragte ich leiſe auf franzöſiſch. 4

„Entſprungen. Einer meiner Leute warf ſich zwi⸗ ſchen mich und die Schildwache; ich ſchwamm über den Duero, erhielt eine Flintenkugel in den Arm, verlor meinen Schafo— und bin jetzt hier.“ „.,Sie ſehen doch ein, daß Sie jetzt wieder gefangen

ſind

„Wenn Sie es verlangen, ſo bin ich's natürlich,“ ſagte er mit einer Stimme voll des tiefſten Gefühls, die mir in's innerſte Herz drang.„Ich hielt Sie für eine Abtheilung von Lorges⸗Dragonern, die auf Fourage