Teil eines Werkes 
5. bis 8. Bändchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

235⁵

mannhafte Stimme, bebend vor innerer Aufregung, aus⸗ rief:„Mein guter Junge, mein lieber Charley!“ Sodann dachte ich mir Conſidine, wie er hoch aufgerichtet und mit ſtrengen Zügen lautlos lauſchte, ohne durch eine Sylbe oder eine Geberde tiefe Theilnahme an meinem Schickſal zu verrathen, endlich aber, gleichſam von Un⸗ geduld überwältigt, ausrief:—„Das wußte ich wohl — ich habe es ja immer geſagt— und doch wolltet Ihr einen Advokaten aus ihm machen!“ Und denn der alte Sir Harry: ſein warmes Herz erglühte vor Vergnügen, ſein gutmüthiges Geſicht ſtrahlte vor Glückſeligkeit. Wie manchen Verſtoß mußte er nicht beim Wiedererzählen machen, wie manches herzliche Lachen durch ſeine eigen⸗ thümlichen Darſtellungen hervorrufen!“

Auch die alten Bedienten ließ ich Revue paſſiren, wie ſie ſich im Zimmer länger als gewoͤhnlich aufhielten, um die Geſchichte zu hören. Der gute, alte Matthew, der Kellermeiſter, konnte mit ſeinem Korkzieher nicht zurecht kommen, nur um etwas Zeit zu gewinnen, blickte dann halb bittend meinem Oheim in's Geſicht und fragte,—„vielleicht Nachrichten von Mr. Charles aus dem Kriege, Sir?“

Während ſolchergeſtalt mein Geiſt zu den Scenen und Geſichtern meiner Heimath zurückkehrte, bangte ich davor, die Frage an mich zu richten, was wohl ſie, der mein ganzes Dichten und Trachten zugewandt war, dabei empfinden würde. Ich ſah nur zu klar ein, wie gering meine Ausſichten in dieſer Beziehung waren, und dennoch konnte ich es nicht über mich bringen, meine Hoffnungen ganz außzugeben. Hammersleys ſeltſames Benehmen bewies mir, daß er wenigſtens nicht mein Nebenbuhler war, während er offenbar mich für den ſei⸗ nigen hielt. Ueber dem ganzen Verhältniß lag ein Dunkel, das ich nicht zu ergründen vermochte und aus vollem Herzen ſehnte ich mich nach meinem nächſten Zuſammen⸗ treffen mit Power, um die Ergebniſſe ſeiner Beſprechung