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„Ich bin in ein ſchweres Dragonerregiment verſetzt worden und jetzt beim Stab angeſtellt.“
„Sie wiſſen, daß ich Briefe für Sie habe.“
„Power hat mir, meine ich, Etwas dergleichen an⸗ gedeutet; ich ſah ihn nur ganz flüchtig.“
Dieſe Worte wurden mit einer gewiſſen Nachläſſig⸗ keit geſprochen, die ihn augenſcheinlich viel Mühe koſtete.
Auch meine Aufregung war nicht minder groß, als ich nach einigem Umherſtöbern in meinem Mantelſack das lang bewahrte Paket hervorzog. Während ich es ihm einhändigte, wurde er todtenblaß und ein leichtes, krampfhaftes Zucken der Oberlippe zeugte von einem un⸗ gewöhnlichen Kampfe. Er brach haſtig das Siegel auf, ſo daß das Saffiankaͤſtchen eines Miniaturgemäldes auf den Boden fiel. Als er aber raſch das Schreiben über⸗ flog, da gab die bleierne Farbe ſeiner Lippen, aus denen ſich alles Blut zurückzuziehen ſchien, ſeinem Geſicht ein wahrhaft leichenhaftes Ausſehen.
„Sie kennen vermuthlich den Inhalt dieſes Briefes, Mr. O'Malley?“ ſagte er in völlig verändertem, halb zornigem, halb ironiſchem Tone, der mir das Herz durch⸗ ſchnitt.
„Ich befinde mich in gänzlicher Ungewißheit darüber,“ antwortete ich ruhig.
„Wirklich Sir,“ verſetzte er mit einer ſarkaſtiſchen Verziehung ſeines Mundes,„dann werden Sie mir viel⸗
leicht auch ſagen wollen, daß ſelbſt Ihr guter Erfolg
Ihnen ein Geheimniß iſt?“
„Ich weiß in der That nicht—“
„Sie halten es vermuthlich für eine ergötzliche Kurz⸗ weil mit den Neigungen Anderer Ihr Spiel zu treiben. Ich habe von Ihnen gehört, Sir; Ihr Benehmen in Liſſabon iſt mir wohl bekannt, und wenn auch Kapitän Trevyllian ſichs gefallen läßt—“ 1
„Halten Sie ein, Herr Kapitän!“ ſagte ich mit
furchtbarer Anſtrengung ruhig zu bleiben:„Halten Sie ein! Sie haben genug, vollkommen genug geſagt, um


