223
an waren die Franzoſen auf vollem Rückzug nach Val⸗ longa begriffen,
„Ein herrlicher Tag, Charley,“ ſagte Power nach einer Pauſe,„und eine ſtolze Erinnerung für das künf⸗
tige Leben.“
Schon damals fühlte ich dieſe Wahrheit tief, und auch jetzt kann ich ſie nicht ohne lautes Pochen meines Herzens niederſchreiben.
Achtundvierzigſtes Kapitel. Der Streit.
Am Abend des 12ten erhielten die deutſche Brigade und drei Schwadronen unſeres Regiments Befehl, die Franzoſen beim Anbruch des folgenden Morgens auf der Straße ven Terracinthe zu verfolgen.
Ich war eifrig mit Vorbereitungen zu einem Eil⸗ marſch beſchäftigt, als Mickey hereinkam mit der Meldung, ein Offizier wünſche mich zu ſprechen, und im nächſten Augenblick erſchien Kapitän Hammersley. Eine plötzliche Röthe fäͤrbte ſeine bleichen, krankhaften Wangen, als er mir die Hand entgegenſtreckte und ſagte:—
„Ich komme Ihnen meinen Glückwunſch darzubringen, O'Malley; ſo eben höre ich von Ihrem Avancement. Ich freue mich aufrichtig darüber; bitte, erzählen Sie mir die ganze Affaire.“
„Das iſt mir rein unmöglich,“ antwortete ich.„Ich habe blos eine unbeſtimmte, unklare Erinnerung daran, daß ich im Gewühle von geſtern einen Säbelhieb vom Kopf eines verwundeten und unberittenen Offiziers abge⸗ wehrt habe; aber mehr weiz ich nicht. Es war mein erſter Tag im Feuer und ich kann mich nur an die Er⸗ eigniſſe des Morgens deutlich erinnern, aber ſeit zum Angriff commandirt war, weiß ich nicht mehr viel. Und Sie, wo waren denn Sie? Wie kommt's, daß wir uns nicht früher trafen?“


